Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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§. 771. Der Anis wird zeitig gejätet, ſpaͤter behäckelt. Er iſt zur Blüthezeit ſehr empfindlich, uͤberhaupt leicht dem Mißrathen unterworfen. Im Juli oder Auguſt koͤmmt er zur Reife. Er wird ausgerauft, in Buͤndel gebunden und unter Dach vollends getrocknet, hierauf ausgedroſchen, wozu recht trocknes Wetter zu waͤhlen, da er ſchwer ausgeht und zu reinigen iſt. Man kann 2 ½ bis 5 Cent. p. heſſ. oder pr. Morgen erndten. Das Stroh iſt zum Streuen und ge⸗ ſchnitten ſogar zum Füttern brauchbar.

Aus der Spreu kann noch Auisöl deſtillirt werden. Wegen

des häufigen Mißrathens iſt der Preiß ſehr veränderlich; der Cent. koſtet von 10 bis zu 30 fl. und darüber.

VI. Der Koriander.

§. 772. Der Koriander, Coriandrum sativum, wird in ähnlicher Weiſe wie der Anis benuͤtzt, auch ziemlich ebenſo cultivirt; nur bedarf man das Doppelte an Saamen. Sein Gerathen iſt ſicherer, als das des Aniſes. Der Mittelertrag iſt 5 bis 6 Cent. p. Mrgen; man kann aber auch bis 10 Cent. erndten.

Der Preiß iſt gewöhnlich 8 bis to fl. pr. Ent.

In England wird der Koriander hänufig zur Würze des Bieres verwendet.

VII. Der Schwarzkümmel.

§. 773. Der Schwarzkuͤmmel, Nigella sativa, wird ebenfalls wie der Anis gebaut und behandelt. Auch findet der Saame zu aͤhnlichen Zwecken ſeine Verwendung, wie der von den ſeither abgehandelten aͤhnlichen Handelsgewächſen, jedoch iſt der Gebrauch vom Schwarzkümmel gering.

VIII1. Der Saffran.

§. 774. Der Saffran, Crocus sativus, iſt ein meh⸗ rere Jahre ausdauerndes Zwiebelgewaͤchs, deſſen Bluͤthen⸗ narbe(weibliche Blüthe) von ſehr ſtarkem gewürzigen Ge⸗

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