Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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die einmal augelegte Pflanzung an manchen Orten auch mehrere Jahre beuutzen.

IV. Der Fenchel.

§. 766. Der Fenchel, Anethum foeniculum(Foeni- culum vulgare), wird in ähnlicher Weiſe, wie der Kümmel verwendet; doch iſt deſſen Verbrauch, den in den Apotheken ausgenommen, nicht ſo groß, als der des Kümmels.

§. 767. Der Saame wird gewoͤhnlich zuerſt auf Saa⸗ menbeete geſaͤt, und dann werden die Pflanzen, aͤhnlich wie an manchen Orten der Kuͤmmel(§. 762) verpflanzt, jedoch um die Hälfte weiter. Man kann ihn auch direct auf's Feld ſäen, das aber alsdann gartenaͤhnlich vorbereitet ſeyn muß. Ueberhaupt verlangt auch dieſes Handelsgewächs guten warmen Boden ſo wie Reinhaltung mittelſt Behäckeln ꝛc.

§. 768. Die Erndte erfolgt ebenfalls im Herbſte des zweiten Jahres; die Dolden reifen aber ungleich und müſſen deßhalb nach und nach ausgeſchnitten werden. Man benuͤtzt ihn ge⸗ woͤhnlich im dritten Jahre noch einmal. Der Ertrag iſt auf a bis 8 Cent. p. Morgen(5 bis 10 Cent. p. w. M.) an⸗ zuſchlagen.

Der Preiß ſteht gewöhnlich zu 12 bis 15 fl. pr. Cent.

V. Der Ani s.

§. 769. Der Saamen vom Anis, Pimpinella anisum, wird in ähnlicher Weiſe, wie Kümmel und Fenchel, zu verſchiedenen Zwecken häufig verwendet; daher der Anisbau auch im Grö⸗ ßeren vorkoͤmmt.

§. 770. Der dazu gewählte Boden ſoll weder ſehr ge⸗ bunden, noch naß oder kalt gelegen ſeyn und in mittelmäßi⸗ ger Kraft ſtehen. Man ſoll das Land vor Winter tief lockern und im Fruͤhjahr zeitig beſtellen, indem man 9 bis 10 Pf. Saamen p. Mrg. ſät und ſolchen ganz flach unterbringt.

Der Anis verträgt friſche Düngung nicht gut; am Beſten läßt man gedüngte Hackfrucht vorausgehen.