Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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ſen, findet man auch den Kümmelbau im Groͤßeren betrieben und hält ſolchen fuͤr vortheilbringend; im Kleineren wird der Küm⸗ mel zur Deckung des eigenen Bedarfs der Vrandweinbren⸗ nerei an ſehr vielen Orten cultivirt.

§. 761. Der Kuͤmmel liebt einen kraͤftigen, warmen und tief⸗ gruͤndigen Boden, welcher zum Anbau dieſer Pflanze gut gelockert und gereinigt ſeyn muß.

§. 762. Man ſaͤt auf das klar geeggte Land Ende Aprils oder im Mai, am Beſten in Reihen, p. heſſ. oder prß. Morgen 5 bis 7 Pf. Saamen und bringt ſolchen flach unter. Man kann aber auch die Pflanzen mittelſt recht früher Saat auf Saamenbeeten erziehen und im Sommer aufs Feld in ½ bis 1 Fuß von einander entfernten Reihen verpflanzen.

Man ſät auch den Kümmel unter Gerſte oder auch erſt im Au⸗

guſt auf zubereitetes Stoppelfeld; in beiden Fällen hat man jedoch geringere Erndten zu erwarten.

§. 763. Ueber Sommer wird der junge Kümmel einige⸗ mal mit kleinen Haͤckchen behackt. Ende Septembers ſchnei⸗ det man das Kraut zum Verfuͤttern ab. Im Fruͤhjahr wird noch einmal behackt.

§. 764. Die Saamenſtengel gehen im zweiten Jahre zeitig in die Hoͤhe und die Reife des Saamens tritt ge⸗ woͤhnlich Ende Juni ein. Man bindet die abgeſchnittenen oder auch ausgezogenen Stengel in Bunde, welche man zum völligen Trocknen aufſetzt, wonach dann der Saame auf dem Felde oder in der Scheuer abgedroſchen wird.

§. 765. Der Ertrag verhaͤlt ſich von à bis zu 9 Cent.- p. heſſ. oder pr. Mrg.(5 bis 11 Cent. p. w. M.) und zu⸗ weilen noch hoͤher. Der nicht unbeträchtliche Strohertrag wird zum Streuen oder Heitzen benutzt.

Der Preiß iſt meiſtens 9 bis 12 fl. p. Cent.

Der wilde Kümmel, von dem der cultivirte abſtammt, iſt peren⸗ nirend; der cultivirte dauert hänfig nur zwei Jahre; doch läßt ſich