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II. Der Senf.
§. 756. Der Senf findet für den Gebrauch der Apo⸗ theken, Materialhandlungen und Senffabriken einen ziemlich ſicheren Abſatz, und kann uͤberdieß, wenn es dort an Abſatz fehlt, zu Oel verwendet werden. Da jedoch der Vortheil als Oelgewächs unentſchieden iſt, große Quantitäten Senfſaamen aber zum Fabrik⸗ und offizinellen Gebrauche nur ſelten vortheilhaft anzubringen ſind, ſo wird dieſes Gewaͤchs auch nur ausnahmsweiſe im Großen gebaut angetroffen.
§. 757. Es gibt zwei Arten, den ſchwarzen, Sinapis nigra, und den weißen Senf, Sinapis alba. Jener hat glatte, dieſer rauhe Schoten; der ſchwarze iſt ſchaͤrfer, der weiße jedoch als Speiſenwuͤrze beliebter.
§. 758. Der Senf liebt einen guten Boden, der jedoch, wenn er kraͤftig genug iſt, wenig Bindung zu beſitzen braucht. Er geraͤth beſonders gerne auf kräftigem Neubruch und entwäſ⸗ ſertem Schlammboden. Das Land wird wie zum Sommer⸗ raps(§. 639 ff.) vorbereitet und die Saat im Maͤrz oder April, wie bei jenem, vorgenommen.
Die Erdflöhe greifen auch die Senfſaat gerne an.
§. 759. Die Erndte iſt aͤhnlich wie die des Sommer⸗ rapſes zu behandeln, und der Ertrag ſoll den von die ſem nicht ſelten uͤbertreffen. Das Oel vom Senfe iſt nicht nur zum Brennen, ſondern auch zu Speiſen brauchbar.
Nach Thär gibt der Cent. Senfſaamen 32 Pf. Oel, wonach deſ⸗ ſen Oelergiebigkeit der vom Winterrübſen ohngefähr gleich ſtände. Ueber Verwendung des Senfs zur Grünfütterung ſ.§. 269.
III. Der Kuͤmmel.
§. 760. Der Saamen des Kümmels, Carum cervi, wird als Würze zu Speiſen, als Zuſatz zu verſchiedenen Sor⸗ ten von Brandwein ꝛc., ſtark verbraucht, und in mehrern Gegenden Deutſchlands, namentlich von Thuͤringen und Sach⸗


