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Es iſt dabei darauf zu ſehen, daß die Trollen ganz bleiben und alle Blättertheile aus dem abgepflückten Hopfen entfernt werden.
Die Stangen werden am Beſten über Winter unter Dach ge⸗ bracht; fehlt es an hinreichendem Raume, ſo ſtellt man ſie pyrami⸗ denförmig im Freien auf.
§. 754. Der geerndtete Hopfen wird auf Böden vder auf mit Bindfaden überſpannten Rahmen mit beſonderer Sorg⸗ falt getrocknet, was gewoͤhnlich erſt nach drei bis vier Wo⸗ chen genuͤgend erreicht iſt. Nun wird er in große Säcke feſt verpackt.
Zu früh oder naß eingebrachter, ſchlecht getrockneter oder zu bald verpackter Hopfen verliert ſehr am Werthe, und kann dieſen ſelbſt ganz verlieren. Zu ſpät geerndtet oder zu lange ausgebreitet liegen gelaſſen, verliert er ebenfalls ſehr.
Guter und gut behandelter Hopfen muß eine glänzend gelbe Farbe haben, kräftig riechen und in den nicht leicht zerfallenden Köpfen muß diel Hopfenmehl ſeyn.
§. 755. Der Ertrag iſt je nach den einwirkenden Um⸗ ſtaͤnden ſehr ungleich. In den Hopfengegenden Baierns rech⸗ net man in 12 Jahren 2 ſehr gute Erndten zu 10 Centner pr. Morgen(heſſ. oder pr.), 6 mittlere Erndten zu 5 Cent., und A ſchlechte zu 1 ½¼ Centner; oder im Durchſchnitt 4 ½ Cent. pr. Mrg.(5 ½ Cent. p. w. M.). Sehr groß iſt ſo⸗ dann, in Folge der großen Verſchiedenheit im Ertrage und der Handelsconjuncturen, der Unterſchied im Preiße, wel⸗ cher von 20 bis 200 fl. p. Cent. wechſeln kann.
Ueberdieß iſt der Preiß auch ſehr von der Qualität abhängig. Wollte man eine Durchſchnittsberechnung anſtellen, ſo darf man den Ceut. nicht höher, als zu 30 bis 40 fl. anſchlagen, denn in der Regel iſt er nur dann ſehr thener, wenn man ſehr wenig geerndtet hat.
Guter und gut verpackter Hopfen hält ſich mehrere Jahre, doch verliert er an ſeinee Qualität von Jahr zu Jahr.


