— 292—
Verſuche gemacht, für die in den meiſten Gegenden koſtſpieligen Stangen andere Einrichtungen zu treffen, z. B. mittelſt Drathge⸗ ſtänge ꝛc.; es ſcheint jedoch noch kein Surrogat ſich genügend bewährt zu haben. Beachtenswerth iſt die in Rieke's Wochenblatt für Land⸗ und Hauswirthſchaft, 1837, beſchriebene, in Frankreich neuerer Zeit ausgeführte Anwendung von Drathgeländern, und der in Schwei⸗ tzer's Univerſalblatt, Band XI., gemachte Vorſchlag zur Verwendung älterer Hopfenranken, welche in eine Art Rahmen geſpannt werden ꝛc.
§. 750. Die Arbeiten in den mehr als zweijaͤhrigen
Hopfenanlagen folgen ſich in nachbeſchriebener Ordnung: a) Im April werden bei gutem Wetter die Stoͤcke aufge⸗ deckt, die vorjaͤhrigen Triebe(von denen auch die neuen Setzlinge entnommen werden) von dem Hauptſtock, ſo wie ſchadhafte Stellen mit Vorſicht und Sachkenntniß wegge⸗ ſchnitten. b) Von dem herbeigebrachten Dünger(verrot⸗ teter Stallmiſt oder Kompoſt) wird ein Koͤrbchen voll an den Stock gelegt und mit Erde gedeckt. c) Die Stangen werden mittelſt Locheiſen 1 Fuß vom Stocke gegen die Wet⸗ terſeite hin eingeſetzt. d) Sind die Ranken 3 bis à Fuß lang, ſo werden deren 2, höchſtens 3, mit Stroh ꝛc. ange⸗ heftet; die Nebenranken werden, mit Ausnahme einiger Anfangs noch zur Reſerve belaſſener, ausgeriſſen. Das An⸗ binden muß ſpäter, ſo wie das Vertilgen der Nebenranken, noch mehrmals, bis zur Höhe von 15 Fuß, wiederholt werden. e)) Bald nach dem erſten Heften, zu Anfang Juni, wird gut gehackt; im Juli behaͤufelt. 1) Ueber Sommer werden auch nach und nach die unteren Blaͤtter bis zur Höhe von 6 bis 8 Fuß abgebrochen, wodurch das ungeziefer(§. 751¹) mehr abgehalten und der Safttrieb mehr nach oben geleitet wird. g) Nöthigenfalls wird in der Zwi⸗ ſchenzeit noch gejaͤtet.
Männliche Hopfenſtöcke, welche ſich in jungen Pflanzungen An⸗ fangs meiſtens einzeln zeigen, werden, ſo wie ſonſt krankhaft ſich zeigende Stöcke, durch neu zu pflanzende erſetzt.
Der im zweiten Jahre ſtehende Hopfen wird ganz nach den hier


