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der Fruchtzapfen(Trollen), nach der Reifezeit u. ſ. w.
Der an vielen Orten wild wachſende Hopfen, von dem ohne Zwei⸗ fel der cultivirte abſtammt, hat nur kleine Köpfe von geringem Ge⸗ würzgehalte.
§. 741. Die verſchiedenen Abarten ſind noch nicht feſt beſtimmt; auch über die Vorzüge, welche ſie vor einander beſitzen, iſt man verſchiedener Meinung. Im Allgemeinen iſt anzunehmen, daß der Hopfen mit maͤßig großen, feſten, grünlich⸗gelben Zapfen, und der mehr ſpaͤt als früh reifende, vor dem mit ſehr großen, und dem mit roͤthlichen Köpfen, ſowie vor dem ſehr fruͤhe reifenden den Vorzug verdiene. Reichlich tragend iſt gewoͤhnlich auch der Hopfen mit roͤth⸗ lichen Ranken, die Qualitaͤt des Ertrags davon ſoll aber geringer ſeyn, als vom gruͤnrankigen; doch wird der Hopfen mit carmoiſinrothen Ranken von mehreren Seiten geruͤhmt.
Mehr noch als von der Abart hängt in Bezug auf Qualität des Hopfens von dem Boden, der Lage und Culturart ab.— Man beziehe nur daher Setzlinge, wo bereits ein guter Hopfen gezo⸗ gen wird.
2. Standort. §. 742. Der Hopfen kömmt in den gemäßigteren Kli⸗ maten von Deutſchland überall fort, wo zugleich auch die ſpecielle Lage dafür geeignet iſt. Der Hopfen liebt nämlich eine freie, ſonnige Lage; Schutz gegen Norden und Nord⸗ oſten iſt dabei willkommen. Alle Bodenarten, vom Sande bis zum gebundenen Lehm und warmen Thone, ſind zum Hopfenbau in ſonſt geeigneter Lage tauglich; nur darf der Boden nicht an Naͤſſe leiden und die Vorbereitung muß nach
ſeiner Beſchaffenheit ermeſſen werden. Auch ein etwas ſteiniger, zumal kalkſteiniger Boden taugt noch. Auf einem kräftigen, etwas kalkhaltigen Mittelboden zieht man
in ſonſt günſtiger Lage den beſten Hopfen. §. 743. Von der Aufnahme des Hopfens in die Frucht⸗
folge kann keine Rede ſeyn. Man waͤhlt dazu beſonders ge⸗ Pabſt. Landwirthſch. I. 2. 19


