Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

= 288

ausgedehnten Verbrauchs und des bei ihrem Anbau zu er⸗ zielenden Gewinns zu den wichtigeren Handelsgewaͤchſen. §. 738. Es ſind hierher zu zählen: I. Der Hopfen. II. Der Senf. III. Der Kümmel. IV. Der Fenchel. V. Der Anis. VI. Der Koriander. VII. Der Schwarzkümmel. VIII. Der Safran. IX. Das Süßholz. X. Die Zwiebel. XI. Der Meerrettig. XII. Einige andere Arzneypflanzen.

I. Der Hopfen.

§. 739. Der Hopfen, Humulus lupulus, iſt in land⸗ wirthſchaftlicher und induſtrieller Hinſicht wichtiger, als alle uͤbrigen in dieſem Capitel aufgeführten Gewächſe zuſammen genommen, denn er iſt, als weſentliches Material fuͤr die Bierbrauerey, ein in ſehr ſtarkem Verbrauche ſtehendes Product und ein wichtiger Handelsartikel. Mittelſt des Hopfenbaues kann nach Maasgabe der Flaͤche ein groͤßerer Rohertrag erzielt werden, als von irgend einem anderen, zum allgemeineren Anbau geeigneten Handelsgewächſe; da⸗ dagegen erfordert derſelbe auch ein ſehr bedeutendes Vorlage⸗ Kapital für Arbeit, Dünger und Stangen.

Der Hopfenbau wird in den meiſten Gegenden von Deutſchland, in vielen jedoch nur in geringer Ausdehnung betrieben; mehrere an⸗

dere Gegenden und Länder zeichnen ſich dagegen durch einen ſtarken

Betrieb aus, als Baiern, Böhmen, mehrere Striche von Baden, Würtemberg, Niederſachſen ꝛc. Starker Hopfenbau wird auch in den Niederlanden und in England getrieben.

1. Verſchiedene Abarten. §. 740. Voraus zu bemerken bleibt, daß der Hopfen eine zweihaͤuſige Pflanzk iſt, und nur die weibliche Pflanzt mittelſt Wurzelableger cultivirt wird, etwa erſcheinende maͤnnliche Pflanzen aber als unnütz ſtets vertilgt werden. Die zahlreichen Varietaͤten, welche angebaut werden, unter⸗ ſcheiden ſich nach der Farbe der Ranken, Farbe und Groͤße