Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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würfig oder in Stufen, und verdünnt ſpaͤter die Pflanzen nach dem eben angedeuteten Maasſtabe.

§. 734. Die junge Saat wird behackt und rein ge⸗ halten. Im Juli erſcheinen die Blüthen; ſind dieſe dunkel⸗ roth und beginnen welk zu werden, ſo werden ſie nach und nach des Morgens in der Frühe abgenommen und an ſchat⸗ tigem luftigem Platze getrocknet. Man kann 50 bis 120 Pf. trockne Blüthen p. Morgen erndten, welche, wenn ſie guter Qualitaͤt, mit 36 kr. bis 1 Gulden p. Pf. und mitunter noch theurer bezahlt werden. Den Saamen laͤßt man noch zur Reife kommen, da er einigen Werth zum Oelſchlagen hat. Das Stroh freſſen die Schafe.

Unter den bisher genannten Farbepflanzen dürfte der Saflor am wenigſten zu empfehlen ſeyn, theils weil der deutſche weniger gut iſt und nicht ſo gerne gekauft wird, als der orientaliſche; theils weil die Erndte ſehr ſchwierig iſt und gerade in die Getreideerndte fällt.

V. Der Indigo⸗Buchweitzen.

§. 735. Der Indigo⸗Buchweitzen oder Färbeknöterich, Polygonum tinctorium, iſt in neuerer Zeit aus China über Frankreich nach Deutſchland gekommen, und an mehreren Orten, wo deſſen Anbau verſucht ward, wird die Leichtig⸗ keit der Cultur geruͤhmt, ſowie daß eine dem Indigo ganz gleiche Farbe in reichlichem Maaße daraus gezogen werden koͤnne. 2

Man iſt über die beſte Art der Extraction des Farbſtoffs noch nicht im Reinen; eine bewährte Methode ſoll ſeyn: die grünen Pflan⸗ zen oder Blätter werden en mit Waſſer gefuͤllte Kübel gelegt und (beſchwert) darin belaſſen, bis faule Gahrung eingetreten iſt; nach dem Herausnehmen der Pflanzen ſetzt ſich der Farbſtoff zu Boden, von dem das Waſſer behutſam abgegoſſen wird.

§. 736. Dieſe Pflanze ſoll in China zu gedachtem Be⸗ hufe ſehr ſtark angebaut werden. Man ſoll den Saamen nicht eher ausſäen, bis keine Fröſte mehr zu befürchten ſind,