Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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§. 729. Die aufgegangene Saat muß durch Jaͤten und Hacken ſtets rein gehalten, und die zu dicht ſtehenden Pflan⸗ zen muͤſſen dabei entfernt werden. Bei unguͤnſtiger Witte⸗ rung mißraͤth der Wau öfters.

§. 730. Ende Juli oder Anfangs Auguſt ſteht der zweijährige Wau in voller Blüthe, der einjaͤhrige etwas ſpäter. Fangen dann die unteren Blätter an gelb zu wer⸗ den, ſo werden die Pflanzen ausgezogen oder abgeſchnitten, und, wenn ſie etwas abgewelkt ſind, im Schatten vollends getrocknet.

Zum Saamenziehen läßt man eine Parthie Waupflanzen zur vollen Reife kommen. Der Saame iſt auch ölhaltig.

§. 731. Der Ertrag von zweijährigem(deutſchem) Wau ſoll von 15 bis 36 Centner p. heſſ. oder pr. Morgen wechſeln, der einjährige(franzoͤſiſche) oft nicht viel mehr als halb ſo viel eintragen; letzterer ſoll aber auch oft um das Doppelte gegen erſteren bezahlt werden.

Der Preis vom deutſchen Wau ſteht meiſtens zwiſchen 3 ½ und 7 fl. p. Centuer.

IV. Der Saflor.

§. 732. Der Saflor, Carthamus tinctorius, iſt ein diſtelartiges in Egipten ſtark im Anbau ſtehendes Gewächs, deſſen Blumen beim Auswaſchen eine gelbe, bei weiterer chemiſcher Behandlung aber eine vorzügliche Roſa⸗ und Scharlachfarbe geben.

§. 733. Auch der Saflor will einen guten, lockeren, warm gelegenen Boden, welcher, wenn er nicht bereits in ſehr kräftigem Zuſtande ſich befindet, vor Winter mit ver⸗ rottetem Miſte gedüngt und tief gepfluͤgt wird. Im April wird die Saat vorgenommen, am beſten indem man die Kerne in 1 ¼ bis 1 ½ Fuß entfernte Reihen und in den Reihen ½ Fuß von einander legt. Man ſät auch breit⸗