Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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im Schatten(z. B. unter mit Stroh bedeckten Kleereutern) zu trocknen, und in dieſem Zuſtande zu verkaufen. Man kann in drei Schnitten 100 bis 150 Centner grüne, oder 15 bis 25 Ctnr. trockne Blätter p. Morgen erhalten.

Waidballen rechnet man p. Morgen 12 bis 20 Centner, welche mit 5 bis 10 fl. p. Etnr. bezahlt werden; die trocknen Blätter gel⸗ ten ohngefähr daſſelbe. Ausführliches über den Waidbau in Reichards Land⸗ und Gartenſchatz.

III. Der Wau.

§. 726. Der Wau⸗ oder das Gilbkraut, Reseda lu- teola, dient zum Gelbfärben und wird in einigen Gegenden Deutſchlands, namentlich um Halle, ziemlich ſtark gebaut. Man macht einen Unterſchied zwiſchen dem franzoͤſiſchen und deutſchen Wau. Letzterer wird in einem Sommer gebaut und erreicht nicht die gleiche Höhe, als jener, welcher im Sommer vorher ausgeſtellt wird, der aber weniger Farb⸗ ſtoff als der franzoͤſiſche haben ſoll.

Unſer in Dautſchland wildwachſender Wan, von dem der culti⸗ virte abſtammt, iſt jeden Falls eine zweijährige Pflanze.

§. 727. Dieſe Farbepflanze erfordert ebenfalls einen guten, warmen Mittelboden. Das Land muß durch voraus⸗ gegangenen Hackfruchtbau oder anderweite fleißige Bearbei⸗ tung gut vorbereitet ſeyn, auch in guter Dungkraft ſtehen. Friſche Duͤngung haͤlt man nicht für angemeſſen.

Dem im Sommer beſtellten Wau können Frühkartoffeln, Grün⸗ wicken und dergleichen mehr, oder Brache vorausgehen.

§. 728. Die Saat vom zweijaͤhrigen Wau wird An⸗ fangs oder Mitte Auguſt bei etwas feuchter Witterung vor⸗ genommen, man kann ſolche aber auch unter Gerſte mit⸗ ausſtellen. Der einjährige Wau wird zeitig im Frühjahr geſät. Man bedarf p. heſſ. oder pr. Morgen etwa 6 Pfund Saamen.