Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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mit verrottetem Rindviehmiſte und gibt eine tiefe Pflugart, nach Winter wird wieder gepflügt. Man ſät Ende März oder Anfangs April 4 Pf. Saamen p. heſſ. oder pr. Mor⸗ gen, und bringt ſolchen leicht unter. Die Saat geht erſt nach a bis 5 Wochen auf, wird über Sommer mehrmals behackt und dabei ſoweit verdünnt, daß die Pflanzen 7 bis 8 Zoll von einander ſtehen. Drillcultur iſt für den Waid⸗ bau zweifelsohne ſehr vortheilhaft. Manche Cultivateurs ſaͤen lieber im Auguſt oder September und verſprechen ſich davon im andern Jabre einen ſtaͤrkeren Ertrag als von der Frühjahrsſaat; dagegen muß auch der Herbſtſaat eine halbe Brache vorausgehen.

Der Waid iſt eine zweijährige Pflanze, und hält in milder Lage den Winter aus; auch läßt er ſich verpflanzen.

§. 724. Sobald die Blätter des(ein⸗ oder zweijähri⸗ gen) Waids Ende Juni oder Juli anfangen gelb zu wer⸗ den, nimmt man ſie mit einem eigens dazu dienenden In⸗ ſtrumente, dem Waidſtoßeiſen, oder mit Sicheln, dergeſtalt ſorgfaͤltig ab, daß das Herz(die Krone) der Stauden un⸗ verſehrt bleibt; die Pflanzung wird dann geeggt und weiter⸗ hin behackt, und die wieder gewachſenen Blätter werden abermals abgeſtoßen. Dieſe Beerndtung kann im Herbſt noch einmal wiederholt werden, doch wird alsdann die Be⸗ ſtellung von Wintergetreide leicht zu ſehr verſpaͤtet. War aber der Waid im erſten Jahre ſchwach, ſo kann man ihn uͤberwintern und im andern Jahre noch einmal benutzen. um Saamen zu erhalten läßt man eine Anzahl Pflanzen im zweiten Jahre zum Blühen und Reifen in die Hoͤhe gehen.

§. 725. Nach der alten Verfahrungsart werden die Blätter gewaſchen, auf der Waidmuͤhle gemahlen, die Maſſe muß dann auf Haufen eine Gaͤhrung machen, wonach ſie durchknetet und in Ballen geformt wird, welche getrocknet werden und dann in den Handel kommen. Wo keine Waid⸗ mühlen exiſtiren, begnügt man ſich damit, bloß die Blaͤtter