Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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§. 23. Aus dem angeführten Grunde iſt entweder eine feuchte, jedoch ſtauender Naͤſſe durchaus nicht ausgeſetzte Lage von Natur fuͤr die Wieſen, wenn ſie gut ſeyn ſollen, erforderlich, oder die Gelegenheit, mit gutem Waſſer nach Bedürſniß bewäſſern zu können, muß vorhanden ſeyn oder geſchaffen werden koͤnnen.

Schlechte Wieſen liegen in der Regel entweder zu naß oder zu trocken.

§. 24. Ein mehr warmer, als kalter, nicht zu gebun⸗ dener, noch zu loſer, von Natur kraͤftiger Boden iſt im Allgemeinen der beſte für den Graswuchs; ſchwerer Boden iſt in der Regel noch gut, ſobald die Lage nicht zu naß und kalt und der Boden nicht ganz undurchlaſſend und hu⸗ muslos iſt; loſer, ſandiger Boden iſt fuͤr Wieſen nur dann ſchlecht, wenn die Lage trocken und hinlaͤngliche Bewaͤſſerung nicht ſtatthaft iſt.

II. Kentniß der Wieſenpflanzen.

§. 25. Eine möglichſt gruͤndliche Kenntniß der Natur und der Nahrungs- und Ertragsfaͤhigkeit der verſchiedenen Wieſenpflanzen iſt als die Grundlage eines rationellen Wie⸗ ſenbaues zu betrachten.

§. 26. Man kann zu dem Ende die Wieſenpflanzen eintheilen in gute, geringe und ſchlechte; erſte beide Abthei⸗ lungen wieder in eigentliche Gräſer, in kleeartige und in ſonſtige Wieſenpflanzen.

Es kann zwar hier keine ausführliche Wieſenbotanik eingeſchal⸗ tet, vielmehr muß in dieſer Hinſicht auf die im§. 17 namhaft ge⸗ machten Werke hingewieſen werden. Nur zum Anhaltspunkte für einen ausgedehnteren Unterricht führen wir eine Zahl der häufig vorkommenden Pflanzen aus jeder der eben angedeuteten Abtheilun⸗

gen auf. Vielen Aufſchluß über die Natur der Gräſer gibt auch: Sinclair's Hortus gramineus Woburnensis, Stuttgart 1826.