Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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gelegte Wieſen pflegt man auch zum Unterſchiede von den bleibenden Wieſenkuͤnſtliche zu benennen, indem man dann alle bleibenden überhaupt alsnatürliche jenen gegenuͤber ſtellt.

§. 20. Da die Wieſen, insbeſondere die natuͤrlichen, nach Lage und Boden ſehr verſchieden ſind, ſo folgt daraus, daß auch der Graswuchs derſelben und der Werth ihres Ertrags große Verſchiedenheit darbietet.

§. 21. Man bezeichnet die Verſchiedenheit der Wieſen in dieſer Beziehung näher, indem man ihren Graswuchs ſüß, zart, nahrhaft, gut ꝛc., oder mehr oder weniger ſauer, rauh, gehaltlos, ſchlecht ꝛc., oder auch die Wieſen ſelbſt ſüß oder ſauer, nennt. Je nachdem ſodann die Wie ſen jährlich ein-, zwei- oder dreimal geerndtet werden kön nen, bezeichnet man ſie naͤher durch den Ausdruck: ein-, zwei⸗ oder dreiſchürig. Nach Lage und Behandlung endlich heißen ſie: Höhe- oder Bergwieſen, Niederungs-, Fluß oder Thalwieſen, Feldwieſen, Waldwieſen, Moor-(Torf oder Moos⸗) oder Sumpfwieſen, Bewäſſerungs⸗ oder Dung⸗ wieſen, oder endlich(ſ.§. 99) Wechſelwieſen.

Die an der Meeresküſte gelegenen, zu Zeiten der Ueberſchwem⸗ mung des Seewaſſers ausgeſetzten Wieſen heißen auch Salz⸗ wieſen.

§. 22. Da die Mehrzahl der guten Wieſenpflanzen, namentlich die perennirenden Graͤſer, welche in der Regel den wichtigſten oder doch einen weſentlichen Theil des Pflan⸗ zenbeſtandes der Wieſen bilden, zu ihrem guten Gedeihen ein größeres Maß friſcher Feuchtigkeit lieben, als die mei ſten auf dem Felde gebauten Gewächſe; ſo iſt bei Beurthei lung des Wieſenbaues auf die Lage die erſte, auf den Boden aber, als nächſtdem von weſentlichem Einfluſſe auf Guͤte und Menge des Graswuchſes, die zweite Rückſicht zu nehmen.