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der Mäuſe und anderer, das Getreide verzehrender Thiere, auf den Kornböden immerdar Acht zu haben.
In feuchten Climaten hat man beſondere Einrichtungen, um die ausgedroſchenen, zum Aufſpeichern noch zu feuchten Körner künſt⸗ lich zu trocknen(ſ.§. 627).
§. 647. Bei Getreide, das mehrere Jahre aufge⸗ ſpeichert war, kann ſich, trotz aller Vorſichtsmaßregeln, häufiger aber in Folge von Nachläſſigkeit, der Kornwurm einfinden(§. 601. 606). Hat die eine oder andere Art deſſelben überhand genommen, ſo muß die angegriffene Frucht möglichſt ſchnell weggeſchafft werden, der Speicher dann einen ganzen Sommer leer ſtehen bleiben und in dieſer Zeit auf's ſorgfältigſte gereinigt werden, indem man Ge⸗ bälke, Wände und Fußboden mit ſcharfer Lauge mehrmals auswaſchen läßt.
Weitzen und Roggen werden am liebſten angegriffen, weniger gern Gerſte und Hafer und noch weniger Spelz.
.§. 648. Da die auf gewöhnlichen Speichern aufge⸗ ſchütteten Früchte einer fortwährenden Verminderung durch Inſecten, Mäͤuſe und andere Thiere ausgeſetzt, oder bei langem Liegen ſelbſt dem Verderben unterworfen ſind, ſo hat man ſchon mannigfache Vorrichtungen verſucht und em⸗ pfohlen, um Getreide mit weniger oder gar keinem Verluſt lange Zeit ſicher aufzubewahren. Dahin gehören insbeſondere luftdicht verſchloſſene, und gegen Feuchtigkeit geſchützte RNäume, welche jedoch bei ſolider Herſtellung meiſtens zu theuer zu ſtehen kommen, wie dieß mit den von Dejean em⸗ pfohlenen Bleikammern und anderen mit Metall(Zink ꝛc.) ausgekleideten Räumen der Fall iſt. Auch die Aufbewahrung in Silo(unterirdiſchen Gewölben), welche von alten Zeiten her in Italien, Nordafrika, Spanien gebräuchlich iſt, hat ſich in Deutſchland durchaus nicht practiſch erwieſen, ſo ſehr ſie auch durch Terneaux und Andere empfohlen worden war.


