Teil eines Werkes 
1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

308

M. v. Voit, Aufbewahrung des Getreides ꝛc., Simondi, toskaniſche Landwirthſchaft ꝛc.

§. 649. Practiſcher erſcheint die alte in Nordafrika längſt gekannte, einfache Methode, die gut trockne Frucht auf einen feſten, geplatteten Boden hoch aufzuſchütten und mit einem Lehm- und Kalkguß feſt zu bedecken und zu ſchließen. Vorheriges Ueberdecken mit grobem Wergleinen möchte dabei rathſam ſein. Ferner iſt rathſam, alte Tonnen im Innern mit Papier in allen Fugen zu verkleben, mit Getreide faſt voll zu fullen, zuzuſchlagen und auf dem Speicher aufeinander aufzuſchichten. Alle paar Monate werden die Tonnen beim Umſchichten etwas hin und her gerollt. Auch die in Ungarn und der Türkei gebräuchlichen oberirdiſchen, unter Bedachung ſtehenden Gewölbe dürften zur längeren Bewahrung größerer Getreidevorräthe Beachtung verdienen. Sie ſind hoch und verhältnißmäßig nicht weit, aus gebrannten oder halbge⸗ brannten Steinen mit Lehmmörtel aufgeführt, haben oben zum Einfullen eine enge Oeffnung, welche mit einem Stöpſel feſt verſchloſſen wird, und unten eine etwas weitere, ver ſchließbare Oeffnung zum Entleeren.

Beſchrieben von Nebbien im 11 Band der Mögliner Annalen. Ein großes, eigenthümlich eingerichtetes Getreidemagazin be⸗ ſchreibt Sinclair in dem mehrfach angeführten Werke.