Teil eines Werkes 
1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

305

land auch häufig in Gebrauch. Es giebt deren eine größere Zahl von verſchiedenartiger Einrichtung und nach verſchie⸗ denen Erfindern benannt. Als die bewährteſte iſt immer noch die ſogenannte ſchottiſche Gzuerſt von Meikle er⸗ fundene) zu bezeichnen, wobei eine mit Leiſten beſetzte Trom mel, welche mit großer Geſchwindigkeit ſich dreht, das Hauptgeſchäft verrichtet. Man baut ſie fur 2 bis 6 Pferde. Auch giebt es eine Einrichtung, wobei die Dreſchmaſchine auf Rädern ruht, um an verſchiedenen Stellen aufgeſtellt werden zu können.

Zur Bedienung einer ſolchen Maſchine ſind 4 bis 6 Menſchen erforderlich. Iſt ſie gut conſtruirt, ſo muß eine von 3 Pferden be⸗ wegte Maſchine in der Stunde 2200 bis 2500 Pf. Garben, oder 9 bis 11 Schffl. Wintergetreide, oder 15 bis 18 Schffl. Sommer⸗ getreide ausdreſchen.

Kann man Waſſerkraft mitbenutzen, ſo liegt darin begreiflich ein großer Vortheil. Es laſſen ſich auch Putzmühlen mit den Dreſchmaſchinen verbinden.

§. 643. In kleinen Wirthſchaften wird man ſich in der Regel des Handdreſchens bedienen. Auch auf mittleren und größeren Gütern wird daſſelbe in vielen Fällen, wo nicht ganz, doch theilweiſe, ſchon deßhalb beizubehalten ſein, weil der Eigenthuͤmer der Wirthſchaft ſeinen ſtändigen Ar beitern auch im Winter ſicheren Lohn gewährende Arbeit geben muß. Da aber die ſtändigen Arbeiter zum Dreſchen oft nicht ausreichend ſind, da es auch noch viele andere Arbeiten für ſie an den Herbſt- und ſelbſt an vielen Win tertagen giebt, da man auch zu den Dreſchmaſchinen Leute braucht; ſo ſprechen folgende beiden wichtigen Gruͤnde auf größeren Gütern auch ſehr häufig entſchieden dafuͤr, ſich zum Ausdreſchen eines bedeutenden Theils der Erndte der Ma ſchinen zubedienen, nämlich: 1) weil, wenn die Berechnung in jeder Beziehung richtig geſtellt wird, das Maſchinen dreſchen bei zweckmäßiger Einrichtung bedeutend weuiger

Pabſt Landwirthſchaft. I. 1. Zweite Auflage. 20