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dies alles zu dem Ende, daß rein gedroſchen werde. Man läßt 3 bis 4 Mann zuſammendreſchen. §. 640. Das Austreten durch Pferde oder Ochſen
iſt die älteſte Art, Körnerfrüchte zu enthülſen, iſt noch in
manchen Läͤndern und Gegendeu im Gebrauche, und ge— ſchieht theils im Freien, theils auf den Scheuertennen. Bei leicht zu dreſchenden Früchten, wie Hirſe, Naps ꝛc., auch beim Hafer und Spelz, iſt das Austreten ſehr anwendbar, beſonders, weil es auch ſehr fördert. Bei weniger leicht zu dreſchender Frucht hingegen iſt das völlige Reindreſchen auf dieſe Weiſe ſchwer.
Die Excremente der dreſchenden Thiere müſſen ſoviel wie mög— lich aufgefangen werden, damit die Frucht nicht verunreinigt wird; das Anlegen und Wenden iſt verſchieden von dem beim Dreſchen mit der Hand, indem die Frucht mehr aufrecht geſtellt wird; Spreu
giebt es beim Austreten mehr. Das Austreten iſt unter andern in Ungarn noch häufig im
Gebrauche. Auch in Oberſchwaben findet man es noch an manchen Orten. Ich wohnte hier einer Probe bei, wo mit 4 Pferden und 2 Mann in einer Stunde 40 Garben Spelz und davon 9 ½ Preuß. Scheffel gedroſchen wurden, wobei jedoch das Putzen nicht einbegriffen iſt.— Der Raps wird in Norddeutſchland häufig ausgeritten.
§. 641. Mit Blöcken oder mit Leiſten beſchlagene Walzen, hat man ſchon vor langer Zeit in manchen Län⸗ dern angewendet, namentlich in Spanien und Italien. Man wendet aber auch dermalen in Norddeutſchland zum Dreſchen des Rapſes und ähnlicher Früchte die Walze an, indem ein geebneter Platz mit großen Tüchern(Laken) belegt und der aufgelegte Naps ꝛc. im Trabe uͤberwalzt wird. Bei gehöriger Einrichtung und Aufſicht fördert dieſe Methode ſehr.
Der Raps ꝛc. wird auf mit Tuch ausgeſchlagenen niedrigen Wägen, oder leichten Schlitten beigebracht. An Arbeitern zum Auflegen, Wenden, Abnehmen ꝛc. darf es nicht fehlen.
§. 642. Die eigentlichen Dreſchmaſchinen kamen zuerſt in England in Aufnahme, ſind aber jetzt in Deutſch⸗


