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und wenn es auch Gründe giebt, nicht ſo viel Scheunenraum zu ſtellen um die ganze Erndte unterzubringen, ſo müſſen wir doch immer, zumal mit Rückſicht auf den erforderlichen Dreſchraum, ſo viel Scheunen haben, daß ein bedeutender Theil der Erndte untergebracht werden kann. Wo aber die Gebäude theuer zu ſtehen kommen, und ganz aus⸗ reichender Scheunenraum nicht vorhanden iſt; da dürfte es ſich bei genauer Rechnung ökonomiſcher erweiſen, einen Theil der Erndte in zweckmäßig angelegten Feimen, nament⸗ lich unter ſogenannten holländiſchen Feimendächern, als in noch zu bauenden, theuren Scheuern unterzubringen.
Roggen und ſolche Weitzenarten, welche nicht leicht ausfallen, ſowie Bohnen, eignen ſich beſſer zum Setzen in Feimen, als das meiſte Sommergetreide, welches, beſonders Gerſte und Erbſen, mehr Körner verliert.— Dr. Schulz in Züſchendorf ſchlägt den Mehr⸗ aufwand an Arbeit und Verluſt an Körnern bei richtig behandelten Feimen zu 3% vom Werthe an.
Getreide, das in kleine Garben gebunden iſt, iſt viel leichter gut in Feimen zu ſetzen, als das in ſtarke Garben gebundene.
VII. Enthülsen der Körner.
§. 638 Das Scheiden der Körner vom Stroh kann geſchehen: durch's Dreſchen mit der Hand, durch's Aus— treten mittelſt des Viehes, durch beſpannte Walzen und durch beſondere Dreſchmaſchinen.
§. 639. Das Dreſchen mit dem Flegel iſt die gewöhnlichſte Art; ſie genügt zwar dem Zwecke vollkommen, verurſacht aber einen bedeutenden Koſtenaufwand, indem der Dreſchlohn meiſtens i4 bis 16 des Ausgedroſchenen beträgt.
Man hat beim Dreſchen mit der Hand darauf zu ſehen, daß die Flegel gut ſind, daß nicht über ½ Fuß hoch angelegt wird, daß die Frucht nicht blos am Aehrenende, ſondern auch in der Mitte über⸗ ſchlagen und dreimal gewendet wird, daß gut aufgeſchüttelt und,


