Teil eines Werkes 
1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
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in der Schweiz und in einigen Gegenden Süddeutſchlands die Ein⸗ fahrt und Tenne im Giebel in der halben Höhe der Scheune, wo⸗ durch die Benutzung des unteren Raumes als Stall erleichtert oder ſelbſt die Möglichkeit gegeben iſt, oben und zu gleicher Erde Ein⸗- fahrten und Tennen zu haben. Nicht nur der Boden der Tenne ſoll gut und feſt angelegt ſein, ſondern auch der Boden der Banſen; am beſten iſt bei letzteren das Belegen mit Steinplatten oder Ueberziehen mit Mörtel. Wo das Holz wohlfeil iſt, hat man auch Tennen aus Bohlen.

§. 636. Um auf gewöhnliche Art Feimen oder Miethen anzulegen, wied ein trockner Platz geebnet und feſtgeſchlagen, mit Stroh, beſſer zuerſt mit Reiſig, belegt und dann das Getreide(oder auch Futter) in zirkelförmige oder auch viereckige, zugeſpitzte Haufen aufgeſetzt, die Spitze zuletzt mit Stroh gedeckt. Hiebei iſt jedoch ein Kör nerverluſt unvermeidlich. Solchem iſt theilweiſe begegnet, wenn der Boden geplattet iſt, oder, was noch beſſer, wenn uber einem geplatteten Boden ein auf Säulen ruhendes Balkengerüſte dem Getreide als Unterlage dient. Durch ein auf- und abſchiebbares Dach kann endlich dem Feimen mehr Schutz vor der Witterung gegeben werden.

Die Einrichtung mit den Säulen findet ſich öfters in England, wo die Feimen allgemein ſind(ſ. Sinclair's Grundgeſetze des Ackerbaues, Schweitzer, Loudon ꝛc.). Die ſchiebbaren Stroh⸗ dächer hat man in Holland; ſie haben ſich neuerer Zeit in Deutſch land viel verbreitet und verdienen beſondere Beachtung. Man vergl. auch: Bericht der Verſammlung deutſcher Landwirthe in Carls⸗ ruhe, 1838.

Die nicht mit Dach verſehenen Feimen mache man nicht zu groß, damit das Aufſetzen und Wegbringen ſo raſch gehen kann, daß daſſelbe nicht leicht durch Regenwetter geſtört werden kann. Zum Aufſetzen gehören Sorgfalt und Geſchicklichkeit, und eben ſo zum Decken mit Stroh..

§. 637. Daß das Getreide ꝛc. in zweckmäßig con⸗ ſtruirten Gebäuden ſicherer untergebracht ſei, als im Freien, wenn auch hier mit Stroheꝛc. gedeckt, iſt wohl keine Frage;