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1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
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des Raums für die verſchiedenen Früchte Bedacht zu nehmen und auf geſchicktes Banſen derſelben zu ſehen.

Auf den abzuladenden Wagen gehören 2 Perſonen, dazu in den Barren einen Banſer und auf je s bis 10 Fuß Entfernung eine Perſon zum Fortreichen der Garben. Beſondere Aufficht erfordert das Aufſtellen der unterſten Garben, damit die Aehren nicht auf dem Boden, und weiterhin nicht gegen die Wand liegen. Das Legen von Stroh ganz oben auf die aufgebanſete Frucht iſt zweck⸗ mäßig, weil das oben Liegende durch die entweichenden Dünſte leicht

Noth leidet. VI. Aufbewahrung der Erndte.

§. 634. Die eingeerndteten Gegenſtände werden auf⸗ bewahrt: entweder in Gebäuden Scheunen, Schuppen, Futterböden oder in ſogenannten Feimen oder Miethen, auch Diemen, Triſten, Schober genannt.

§. 635. Abgeſehen von der Größe der Scheunen, welche natürlich nach dem Cubikgehalte der darin aufzube⸗ wahrenden Maſſe ſich richten muß, ſoll man bei deren Er⸗ richtung ebenſowohl darauf Bedacht nehmen, daß die Frucht darin ſich in guter Qualität erhält, als daß Einfahren, Abladen, Aufbanſen und Dreſchen möglichſt erleichtert ſind. Es iſt deßhalb, neben einer ſoliden und doch nicht koſt⸗ ſpieligen Conſtruction, die Lage der Scheune und die Ab⸗ theilung der Banſen und Tennen, auch die Richtung der letzteren, nach der Länge oder Quere, zu beachten.

Für einen Centner Wintergetreide find ohngefähr 30 Cub. Fuß, für einen Centner Sommergetreide ohngefähr ½¼ mehr erforderlich.

Die innere Eintheilung der Scheune hängt zunächſt davon ab, welche Richtung und Entfernung man den Tennen giebt. In den meiſten Gegenden gehen dieſe quer durch die Scheunen; bei großen, tiefen Gebäuden ſindet man es auch angemeſſen, die Tennen nach der Länge mitten durchgehen zu laſſen; eigenthümlich iſt die hier und da in Norddeutſchland übliche Bauart, wonach eine längs an⸗ gebaute ſogenannte Abſeite die Tenne bildet. Dagegen findet man