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1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
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Gegenden von Oeſtreich und Schweden im Gebrauche). Ein⸗ facher, jedoch für die Regel und im Großen immer auch umſtändlich und koſtſpielig, iſt die Anwendung der Futter⸗ trockenpyramiden oder der ſogenannten Heinzen. Beſonders empfehlen ſich dieſe für Huͤlſenfrüchte und einige Handels⸗ gewächſe.

Die Harfen beſchreibt Burger in ſeinem Lehrbuche; von den

zuletzt genannten Vorrichtungen wird beim Futterbau weiter die Rede ſein.

§. 628. Das Binden des Halmgetreides in Garben iſt nöthig, damit daſſelbe mit weniger Verluſt transportirt und leichter ausgedroſchen werden kann. Man bindet ent weder in Ruthen(Weiden) oder in beſonders angefertigte (doppelte) Strohbande, wobei es mehr oder weniger ſtarke Garben giebt. Oder man bindet in kleine Bunde in einfach genommenes Stroh oder in Halme von der aufzubindenden Frucht. Große Garben haben meiſtens ein Gewicht von 25 bis 40 Pfund; kleine Garben wiegen meiſtens 8 bis 14 Pfund.

§. 629. Uebermäßig ſtarke Bunde ſind niemals rath⸗ ſam; mitteldicke gewähren den Vortheil, daß ſie etwas weniger Arbeit verurſachen und das Auf- und Abladen fördern. Kleine Bunde haben den Nutzen, daß bald nach dem Abbringen gebunden werden kann, und daß die Frucht nach dem Aufſtellen, leicht vollends, und ſelbſt wenn ſie beregnet worden, wieder trocken wird.

Die mit der Geſtellſenſe gemähte Frucht muß vor dem Binden mittelſt des Rechens in Fröſche(kleine Häuſchen) aufgezogen werden.

Beim Binden ins doppelte Strohſeil braucht man auf einen Binder zwei Anträger; bei kleinen Bunden kann die Arbeit durch Weibsleute allein verrichtet werden. Beim Binden mit Halmen der zu erndtenden Frucht findet, wenn es mit Geſchick vor ſich geht, nur ein ſehr unbedeutender, oder ſelbſt gar kein größerer Körner verluſt ſtatt. Uebrigens kann man ſich auch hier des ausgedroſchenen, etwas angefeuchteten Strohs von Roggen bedienen.