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Frucht unmittelbar oder doch bald nach dem Abbringen, und zwar in um ſo dünnere Bunde, je mehr Austrocknen Noth thut, ſetze dann die Bunde in Haufen, Hocken oder Puppen, dergeſtalt, daß je 5 bis 6 oder mehr Garben mit den Aehren zuſammengeſtellt und durch eine verkehrt geſtürzte Garbe gedeckt ſind. Dieſes Verfahren empfiehlt ſich ganz beſonders für Weitzen und Roggen. Kurzhalmigeres Getreide(Gerſte, Hafer) läßt ſich nicht puppen(in Puppen ſetzen); man begnügt ſich hier mit dem Aufſetzen in Stiege (Zeilen von etwa 20 Garben, von 2 Seiten gegeneinander geſetzt); oder man ſetzt, wenn die Frucht beim Binden recht trocken war und ſtarke Bunde gemacht werden, in ſogenannte Manteln, je 15 Garben zuſammen, wobei es viel auf Sorgfalt und Geſchicklichkeit im Setzen ankömmt.
§. 626. Oder man richtet die Frucht ungebunden auf, indem man ein zuſammengebundenes ſchwaches Gelege auf— ſtellt und an dieſes die Halme in Form eines Kegels ringsum anlehnt; jeder dieſer Haufen erhält oben unter den Aehren zum Halt ein Strohband. Oder man macht von einem umgeknickten Gelege einen ſogenannten Bock, legt auf dieſen die Frucht kreisförmig, die Aehren nach der Mitte, an, und deckt zuletzt den Haufen mit einem(gewöhnlich aus der Frucht gefertigten) Hut. Dies iſt das in einigen Gegenden von Deutſchland ꝛc. beliebte Kaſten.
Dieſe Methoden eignen ſich vorzugsweiſe für noch nicht genügend abgetrocknete oder ſtärker durchwachſene Frucht. Iſt dieſe unge⸗ wöhnlich ſtark mit Gras oder Klee durchwachſen, ſo muß ſie jedoch auch erſt einige Tage in Schwaden liegen und abwelken.
§. 627. Für ſehr ungünſtige Climate dienen beſonders kuͤnſtliche Vorrichtungen zum Trocknen des Getreides, als eigens eingerichtete Trockenhäuſer, wie in Rußland; aus Balken und Stangen gebaute hohe Gerüſte, Harſen genannt, an denen die Garben aufgehangen werden(in einigen


