Teil eines Werkes 
1. Band, Pflanzenproductionslehre, 1. Abtheilung (1841) Allgemeiner Pflanzenbau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

297

Allein bis jetzt hat ſich keine der in Vorſchlag gebrachten Erndtemaſchinen bewäͤhrt und verbreitet. Mehreres führt Loudon in ſeiner Encyclopädie darüber an.

IV. Weitere Behandlung der abgemachten Früechte.

§. 623. Von dem abgemachten Getreide ſind theils die Körner, theils das Stroh noch nicht hinlänglich aus⸗ getrocknet, auch iſt letzteres meiſtens mehr oder weniger mit grünenden Pflanzen(Gras, Unkraut) durchwachſen. Es muß deßhalb das Getreide nach dem Abbringen in der Regel noch mehr austrocknen, bevor es eingebracht wird. Zwiſchen dem Abbringen und Einfahren iſt das Geſchäft des Bindens in Garben vorzunehmen(§. 628).

Nur wenn die Frucht völlig reif iſt und kein oder doch nur ſehr wenig Gras hat, kann ſie unmittelbar nach dem Abbringen gebunden und eingefahren werden. Am öfterſten geht dies beim Spelz(Din⸗ kel) an, ſeltener beim Weizen und Roggen, und bei Sommerfrüchten am wenigſten.

§. 624. Die einfachſte Art, die Körnerfrüchte zu trocknen, iſt, ſolche die erforderliche Zeit in Schwaden liegen zu laſſen und nöthigen Falls ein⸗ oder bei ungünſtiger Witterung, mehreremal zu wenden. Dieſes Verfahren kann aber bei unbeſtändiger Witterung, beſonders in feuchtem Clima, mehr oder weniger die Verringerung der Qualität von Körnern und Stroh, ja ſelbſt deren Verderbniß beför⸗ dern helfen. Deßhalb ſollte daſſelbe bei den Getreidearten, welche leicht Schaden nehmen, während ihr Stroh ein bal⸗ diges Binden oder Zuſammenſetzen verträgt, wie dieß beim Wintergetreide ſich findet, in der Regel nicht in Anwendung kommen, und bei denen, deren Stroh und Unterwuchs das Liegen in Schwaden mehr erheiſcht, wie Gerſte, Hafer, ſollte dieſes ſo kurze Zeit als möglich dauern.

§. 625. Beſſere Methoden, die Früchte beim Trocknen mehr vor Verderbniß zu ſchützen, ſind: Man binde die