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Morgens 2 bis 5 Perſonen nöthig hat. Die Sichel hinterläßt wenigſtens Hand hoch höhere Stoppeln, als die Senſe.— Bei nicht hoch gewachſener Frucht(Gerſte, Hafer) bedient man ſich eines ſo⸗ genannten Reffs, bei lang gewachſener(z. B. Roggen) wird mit der mit einem Bügel verſehenen Senſe gegen die noch ſtehende Frucht angehauen und durch eine nachfolgende Perſon das Abge⸗ hauene abgenommen. In Norddeutſchland hat man größere Senſen, als in Süddeutſchland, und dort fertigt ein Mäher auch ein Bedeu⸗ tendes mehr, als hier.
§. 620. Die Hauſichte iſt ein Mittelding zwiſchen Senſe und Sichel. Sie hat den Vorzug, daß die Frucht von dem Hauer ſogleich in Gelege(Fröſche) gebracht wird und daß ſie bei gelagerter Frucht beſſer, als die Senſe zu gebrauchen iſt. Ihre Führung erfordert aber beſondere Ge⸗ ſchicklichkeit und viele Uebung. Es wird damit etwas weniger abgefertigt, als mit der Senſe.
Sie iſt in den Niederlanden und in mehreren Gegenden Nord⸗ deutſchlands im Gebrauche.
§. 621. Bei großen Gütern iſt es ſchon wegen der Nothwendigkeit, die Erndte in einer beſtimmten Zeit mit einer gewiſſen Anzahl von Arbeitern zu beendigen, Erſor⸗ derniß, ſich vorzugsweiſe der Senſe oder der Hauſichte zu bedienen. Die Vortheile, welche dieſe Inſtrumente an ſich gewähren, ſind aber groß genug, um ſich ihrer auch da, wo man Schnitter genug haben könnte, bei nicht gelagerten und nicht leicht ausfallenden Früchten, namentlich dem Hafer und der Gerſte, zu bedienen, ſobald guter Wille und Ge⸗ ſchicklichkeit der Arbeiter dazu nicht mangeln.
Daß man daneben die disponiblen weiblichen Arbeiter, ſo lange man ſie zu anderweiten Erndtearbeiten nicht gebraucht, zum Schnei— den mit der Sichel mitverwende, verſteht ſich von ſelbſt.
Daß die Senſe insbeſondere auch zum Abbringen des Graſes, des Klees u. ſ. w. diene, bedarf kaum der Anmerkung.
§. 622. Man hat auch, Behufs ſchnelleren und weniger koſtſpieligen Abbringens der Erndte, Maſchinen erfunden.


