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Die unebenen Gegenden leiden zwar weniger von den Winden (§. 19), aber der Wechſel von Wärme und Kälte, von Regen und Sonnenſchein iſt häufiger. In den Thälern oder gar in den rings von Anhöhen umgebenen Lagen(Keſſeln) herrſcht ein weit milderes Clima, als auf den Anhöhen, obgleich der Unterſchied in der Höhe öft unbedeutend iſt. Eine von Bergen geſchützte Lage kann leicht ein wärmeres Clima haben, als eine tiefer aber frei gelegene Gegend. 5
7) Waldungen.
§. 24. Der Einfluß der Wälder auf das Clima nach ihrer Ausdehnung und Lage iſt äußerſt wichtig, aber auch ſehr verſchieden. Im Allgemeinen vermindern große Strek⸗ ken von Waldung die Temperatur und vermehren die at⸗ mosphäriſche Feuchtigkeit, indem ſie die Verdünſtung des Regens befördern, das Austrocknen des Bodens, das Schmelzen des gefrornen Schnees und das Ausſtrömen der Wärme aus der Erde verhindern. Sobald ſie aber vorzugsweiſe nur die Anhöhen bedecken und in nicht zu großer Menge vorhanden ſind, ſo bilden ſie Schutzmauern gegen die rauhen Winde, fangen und halten ſchädliche Dünſte auf, erhalten einen der Pflanzenvegetation zuträg⸗ lichen Feuchtigkeitsgrad in der Atmosphäre und wirken alſo in vieler Hinſicht wohlthätig auf das Clima.
Als Deutſchland noch größtentheils mit Wald bedeckt war, war das Clima bekanntlich viel ſchlechter als jetzt. Bereits iſt aber auch das Clima an nicht wenig Orten durch das zu weit getriebene Wegſchlagen der Waldungen auf den Höhen wieder weſentlich ver⸗ ſchlechtert worden.— Zu Salem im Staate Maſſachuſett in Nordamerika unterm 420 nördl. Br. iſt die mittlere Temperatur 7,40 R. und zu Rom, ebenfalls unterm 42, dagegen 12,40 R.; die⸗ ſen Unterſchied ſchreibt Moreau de Jonnes hauptſächlich den jenen Staat noch großentheils bedeckenden Wäldern zu. Nach demſelben Schriftſteller ſind es hauptſächlich nur die Waldungen auf den An— höhen, welche die Regenmenge vermehren, indem ſie die Wolken aus den höheren Regionen anziehen und durch ihre Ausdünſtung


