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Beſtandtheile der Erdoberfläche dienen den Pflanzen als Standort, ziehen atmosphäriſche Stoffe, namentlich Feuch⸗ tigkeit, Kohlenſäure ꝛc. an, und führen ſie den Pflanzen zu. Sodann ſind ſie als die Werkſtätte zu betrachten, in wel⸗ cher die Natur die den Pflanzen zur Nahrung dienenden organiſchen Stoffe(ſ.§. 13.) zubereitet. Auch dient der mineraliſche Beſtandtheil des Bodens als Behälter für jene Stoffe und für die Feuchtigkeit, damit die Pflanzenwurzeln nach Bedürfniß ſich davon aneignen können. Endlich muß aber auch angenommen werden, daß die Pflanzen ſich auch Antheile von mineraliſchen Stoffen aus dem Boden an— eignen.
Wird das Pflanzenleben mit dem thieriſchen verglichen, ſo zeigt es ſich, daß die vorbereitende Gährung der Nahrungsſtoffe, welche bei den Thieren im Magen ſeatt findet, bei den Pflanzen im Boden vor ſich geht.
§. 13. Von ſehr großer Bedeutung für die Vegetation ſind die organiſchen Reſte im Boden, denn ohne daß bis zu gewiſſem Grade verweſete Reſte von Pflanzen oder Thieren darin enthalten ſind, gedeiht kein zu landwirthſchaft⸗ lichen Zwecken angebautes Gewächs zu derjenigen Voll⸗ kommenheit, welche den Anbau lohnt. Daß aber jene Stoffe in der That von den Pflanzen aufgenommen werden, als Hauptnahrung für dieſelben zu betrachten ſind, geht ſchon daraus hervor, daß, je länger die Pflanzenproduction auf einem Grundſtücke fortgeſetzt wird, ohne daß dieſes von den producirten oder anderen organiſchen Stoffen etwas zurück⸗ erhält, um ſo geringer zuletzt ſein Antheil an ſolchen Stof⸗ fen iſt, ſowie auch ſeine Productionsfähigkeit in gleichem Maaße ſich verringert hat.
§. 14. Die bisher bezeichneten Hauptfactoren der Pflan⸗ zenvegetation ſind theils von der Oertlichkeit, theils von getroffenen Vorkehrungen und Verfahrungsarten abhängig;


