— 13—
jenes(die Lichtſtrahlen der Sonne) den Gewächſen zuge⸗ führt werden, ſind zum Gedeihen derſelben eben ſo unent⸗ behrlich. Ohne Licht gedeiht keines unſerer nutzbaren Ge⸗ wächſe, die Wärme aber übt einen eigenthümlichen Reitz auf die Lebensthätigkeit der Gewächſe aus und wo ſie in zu geringem Maaße vorhanden iſt, ſtockt das Pflanzenleben.
Nur das erſte Keimen des Saamenkorns geht lieber ohne Licht
vor ſich.
Auf die Farbe der Gewächſe iſt das Licht insbeſondere von Einfluß.
§. 9. Jede Gewächsart verlangt ein gewiſſes Maas von Wärme. Ein Uebermaaß davon bringt um ſo eher der Vegetation Nachtheil, je mehr es zu gleicher Zeit an Feuchtigkeit mangelt.
§. 10. Das Waſſer iſt auf zweifache Weiſe bei der Vegetation thätig, indem es mit Beihülfe der Luft die im Boden befindlichen Nahrungsſtoffe der Pflanzen in denjeni⸗ gen Zuſtand der Auflöſung bringt, in welchem ſie von den Pflanzen aufgenommen werden können, und dann indem es von dieſen theils aus dem Boden, theils aus der At⸗ mosphäre eingeſogen und ſo ein Beſtandtheil der Pflanzen wird.
Es iſt daher kein Grund vorhanden, die atmosphäriſche Feuch⸗ tigkeit nicht auch als ein Nahrungsbedürfniß der Pflanzen anzu⸗ ſehen. Auch mit dem Waſſer wird den Pflanzen Kohlenſäure (ſ.§. 7.) zugeführt. Daſſelbe gilt von manchen anderen Stoffen⸗ welche das Waſſer häufig enthält.
§. 11. Geht das Waſſer den Pflanzen in allzugroßer Menge zu, ſo bringt dieß ihrer Vegetation Schaden. Das größere oder geringere Bedürfniß von Waſſer hängt theils von der Wärme der Atmosphäre(§. 9.), theils von der Natur der betreffenden Gewächſe ab.
§. 12. Der Boden iſt aus mineraliſchen und organi⸗ ſchen Beſtandtheilen zuſammengeſetzt. Die mineraliſchen


