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daß die äußeren Theile, namentlich Wurzel und Blätter, Poren beſitzen, durch welche theils aus der Luft, theis aus dem Boden Stoffe eingeſogen werden, während auch wie⸗ der Stoffe, hauptſächlich in Gasgeſtalt, entweichen.
§. 4. Hieraus folgt, daß mit den Stoffen, welche die Pflanzen fortwährend aufnehmen, in ihrem Inneren Ver⸗ aͤnderungen vorgehen, indem ein Theil zur Bildung und Vergrößerung der Pflanzenſubſtanz verwendet, Dasjenige aber, was ſich der Pflanzenkörper nicht aneignet, am Ende von ihm ausgeſchieden wird.
§. 5. Die Hauptfactoren des Pflanzenlebens ſind: die Atmosphäre und der Boden. Unter jener verſtehen wir: Luft, Licht, Wärme und Feuchtigkeit.
§. 6. Ohne Luft lebt weder Thier noch Pflanze. Kann auch bei den Pflanzen das Ein- und Ausathmen der Luft nicht, wie bei den Thieren durch die Lungen, be⸗ merkt werden, ſo findet dennoch ein Einſaugen atmosphäri⸗ ſcher Stoffe und ein Ausdünſten von Gas mittelſt der Blätter ſtatt; auch iſt anzunehmen, daß durch den atmos⸗ phäriſchen Sauerſtoff die Säftecirkulation in den Pflanzen weſentlich befördert und daß deuſelben mit der Luft zugleich auch Wärme zugeführt wird:
Die Luft befördert das Pflanzenwachsthum auch mittelbar, indem ſie die Zerſetzung(Auflöſung) der im Boden befindlichen oder dahingebrachten, den Pflanzen zur Nahrung dienenden Stoffe be⸗ wirken hilft. 3
§. 7. Die Atmosphäre enthält, außer ihren beiden Grundſtoffen, meiſtens auch noch einen Antheil von Koh— lenſäure, welche bei der Pflanzenvegetation jedenfalls eine wichtige Rolle ſpielt, wenn man auch über dieſelbe noch nicht ganz im Klaren ſein mag. Eben ſo verhält es ſich mit der Electricität.
§. 8. Das Licht und die Wärme, welche durch


