Seu plures calor ille vias et caeca relaxat Spiramenta, novas veniat qua succus in herbas: 9
Seu durat magis, et venas adstringit hiantes; 44
Ne tenues pluviae rapidive potentia solis
Acrior, aut Boreae penetrabile frigus adurat..
Fuͤr diejenigen Leſer, welche mit der lateiniſchen Sprache nicht vertraut ſeyn ſollten, wollen wir hier die Ueberſetzung dieſer Stelle nach Voß beifuͤgen:
Oftmals machte die Flamm, unfruchtbare Felder ergiebig, Wann du die nichtige Stoppel in knetternder Lohe verbrannteſt: Sey's weil heimliche Kraft dorther und markige Nahrung Lechzend die Flur einſaugt; ſey's weil in der kochenden Glut ihr All' Untugend verdampft, und die ſchadhche Feuchtigkeit aus⸗ — ſchwitzt;
Oder auch mehr Zugänge die Hitz' und verborgene Luftzuͤg' Oeffnet, wodurch der Saft in die jungen Kräuter emporſteigt; Oder mit haͤrtender Macht anzieht die klaffenden Adern, Daß einſchleichender Regen ſie nicht und der heftigen Sonne Ungeſtuͤm, noch des Nords durchdringender Froſt ſie verſenge*).
Der vorerwaͤhnte Hr. Curtis ließ ſeine Frucht acht Zoll hoch uͤber dem Boden abmaͤhen, und ſo⸗ dann die Stoppeln am Stehen verbrennen.„Dieſes Verfahren, ſagt er, zerſtoͤrte alles Unkraut ſammt ſeinem Samen und der Boden war mit Aſche be⸗ deckt“. Die Folge war, daß er eine ſehr gute Wei⸗ zenernte darnach erhielt, indem er vier Quarter auf dem Acre erntete. Ueberdem wurde das Land da⸗
*) Das Abbrennen der Steppeln war nicht nur bei den Roͤ⸗
mern, ſondern auch bei andern Völkern des Alterthums uͤb⸗
lich. Ja bei manchen alten Voͤlkern z. B. bei den Israe⸗ liten ſoll man bei der Ernte die Aehren nur mit wenigem Stroh oben abgeſchnitten und ſaͤmmtliches Stroh auf den Aeckern verbrannt haben. Daß dies zur Beſſerung und Fruchtbarmachung ſo wie zur Reinigung des Bodens vom Unkraute ſehr viel beitrug, laͤßt ſich leicht abnehmen. Frei⸗ lich gab es dort noch genug unbebautes Land zur Weide fuͤr die Heerden, und der kurze und milde Winter in den fuͤdlichen Gegenden erforderte nicht die Einlegung ungeheue⸗ rer Futtermaſſen und alſo auch nicht die Zuziehung des Strohes zu dieſem Gebrauch, wie es bei uns der Fall iſt. Indeſſen ließe ſich nach der vom Verfaſſer angegebenen Weiſe das Verbrennen der Stoppeln auch bei uns recht
gut anwenden, indem man die Stoppelfelder nach der Ernte
erſt einige Wochen dem Vieh zum Ausfreſſen preis gaͤbe, und alsdann die Bearbeitung mit dem Reißpfluge und Stop⸗ pelrechen anſtatt des gewoͤhnlichen Felgens oder Umbrechens der Stoppeln unternaͤhme.


