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Von reinem, oöollig reif gewordenen, Roggenſtrohe, in welchem keine Koͤrner und nicht das mindeſte gruͤne Futter vorhanden, kann das Schaaf ohne alle Nebenhuͤlfe, jedoch bei hin⸗ laͤnglichem Trinkwaſſer, ſich nicht das Leben erhalten, wenn auch gleich Stroh im Ueberfluſſe gegeben wird, welches Verſuche ebenfalls beſtaͤtiget haben. Die Aehre und die Spitze des Strohhalmes hat nebſt den Blaͤttern noch die mehrſte Nahrungskraft bei ſich, daher iſt es auch moͤglich, daß das Schaaf, wenn auch hoͤchſt jaͤmmerlich, ſich dennoch Monate lang von den koͤrnerloſen Aehren und Spitzen des Roggenſtrohhalmes ſein Leben friſten kann, wenn näͤmlich demſelben taͤglich eine ſolche große Maſſe von Stroh gereicht wird, als es noͤthig iſt, dem Schaafe die Auswahl der Aehren⸗Spitzen und Blaͤtter zu verſchaffen.— Das von den Aehren befreite Stroh hat zwar auch noch einen geringen Grad von Nahrungskraft bei ſich, welchen ich demſelben rund abzuſprechen keineswegs gemeint bin, jedoch iſt das Volumen des Strohes, im Verhaͤltniß ſeiner naͤhrenden Kraft, zu bedeutend groß, und der thieriſche Koͤrper nicht darauf eingerichtet oder geformt, eine ſolche große Maſſe von Stroh zu conſumiren, um die Kraft dar⸗ aus zu ziehen, welche der Koͤrper zu ſeiner Lebenserhaltung bedarf. Das Thier unterliegt, er⸗ muͤdet oder ermattet von der großen und wenig Kraft in ſich enthaltenden Maſſe, es iſt nicht im Stande ſolch ein großes Volumen in ſeinen Koͤrper aufzunehmen, auch eben ſo wenig zu verarbeiten und zu verdauen. Dagegen aber wirkt das Stroh mittelbar, wenn daſſelbe als Haͤckſel zur Vergroͤßerung des Raumes der feuchten, ſaftreichen, nahrungsreichern, aber min⸗ dern Raum einnehmenden kräftigern Nahrungsmittel beigemengt— oder auch zum Theil im ganzen Zuſtande dem Thiere nach dem Genuſſe der ſaftreichen und kraͤftigen Futterungen vor⸗ gelegt wird— ſehr bedeutend und maͤchtig auf die vollkommnere, aber auch auf die wohlfeilere Ernaͤhrung des Thieres. Das Stroh iſt naͤchſt dem Heu das beſte Mittel, andern nahrungs⸗ reichen, aber wenig Raum einnehmenden Nahrungsmitteln die Eigenſchaft zu geben: daß ſolche in gerechtem und vollem Maaße wirken, oder ihre voͤllige Kraft bei der Ernaͤhrung aͤußern und anwenden koͤnnen, denn auch das kraftvollſte Nahrungsmittel wirkt vollſtändig nur bedingungs⸗ weiſe, wenn naͤmlich die Form oder ſonſtige erforderliche Eigenſchaft im richtigen Verhaͤltniß mit der Kraft und dem noͤthigen Beduͤrfniſſe des thieriſchen Koͤrpers ſteht, oder in demſelben vorhanden iſt. Das richtige Volumen, das richtige Verhaͤltniß zwiſchen trocken und feucht, ſind naͤchſt der Kraft und dem ſpeciſiſchen Gewicht des Nahrungsmittels, Haupterforderniſſe, wenn naͤmlich eine vollkommene Ausnutzung des verwendeten Futters ſtatt finden ſoll. Der Meinung, daß der Strohhaͤckſel in jeder Wirthſchaft, wenigſtens groͤßtentheils, entbehrlich ſei, wenn nur dem Thiere nach dem Genuß des ſaftreichen Futters hinlaͤnglich lang Stroh vorgelegt wuͤrde, indem der Inſtinkt dem Thiere lehre, die zur Verdauung noͤthige trockne Futtermaſſe zu ſich zu nehmen, din ich nicht. Daß man aber z. B. auch das Schaaf bei ſaftreicher Kartoffelfutterung


