—
324
15) Jede Gattung von Duͤnger hat ſeine eigene, durch das Thier erhaltene, Eigenſchaft Feuch⸗
tigkeit bei ſich zu haben, ſie laͤngere oder kuͤrzere Zeit bei ſich zu behalten und nach dem Austrocknen wiederum an ſich zu ziehen; z. B. d 3
2) haben die Exkremente von einer wohlgenaͤhrten Milchkuh gewoͤhnlich 84 p. C.
Feuchtigkeit bei ſich, desgleichen b) die Exkremente vom Pferde 75 und c) die Exkremente vom Schaafe 66 p. C. 3 Werden dieſe Exkremente in ooͤllig trockenen Zuſtand gebracht und mit Waſſer ange⸗ feuchtet, ſo nehmen dieſelben in der Regel ſo viel Gewicht von Feuchtigkeit wieder an, als ſie im natuͤrlichen Zuſtande fruͤher hatten. Iſt der Duͤnger von kraͤftigen Thieren und kraftvoller Nahrung entſtanden, ſo nimmt derſelbe auch in der Regel keinen hoͤ⸗ hern Grad von Feuchtigkeit an, als ſeine eigenthuͤmliche Eigenſchaft iſt. Ausnahmen finden ſtatt, wenn der Duͤnger ooͤllig trocken geworden und mnit Urin angefeuchtet wird, ſo kann man beſonders dem Pferde⸗ und Schaafduͤnger eine groͤßere Feuchtigkeit anhaltende und an ſich ziehende Eigenſchaft verſchaffen.
16) Reines Stroh, wenn ſolches mit Waſſer angefeuchtet wird, nimmt aber auch 72 bis 73 p. C. Feuchtigkeit an, laͤßt ſie aber bald wieder ſchwinden und hat nicht die Eigenſchaft in dem hohen Grade aus der Atmoſphaͤre auch ohne Regen Feuchtigkeit an ſich zu ziehen. Ganz trocken, ohne alle Feuchtigkeit, bleibt zwar auch das Stroh bei freier Luftausſetzung nie, es zieht gewoͤhnlich 3 bis 4 p. C. an, welches der Zuſtand iſt, in welchem ſich das Stroh gewoͤhnlich in unſern Scheuern befindet, wenn auch daſſelbe noch ſo trocken eingeerntet iſt.
17) Kraͤftige und von feuchter Futterung entſtandene Exkremente laſſen durch den Druck oder Verminderung des Raumes, z. B. durch das Treten und Lagern der Thiere, Feuchtig⸗ keit tropfbar entſchwinden, dieſerhalb iſt das Einſtreuſtroh, welches dieſe Feuchtigkeit
nebſt dem Urin auffaͤngt, von ſo weſentlichem Mutzen.
18) Wenn feuchter kräftiger Duͤnger in trocknen Zuſtand gebracht wird, ſo entſchwindet ihm, mit der Feuchtigkeit zugleich, auch immer etwas von ſeiner duͤngenden Kraft, ohne be⸗ deutend von ſeinem Gewichte, im trocknen Zuſtande naͤmlich berechnet, zu verlieren. Um ſo oͤfter nun der Duͤnger dieſen wechſelſeitigen Zuſtand erleidet, um ſo ſchueller
4
ſtab ihrer Fruchtbarkeit ab. Uebrigens iſt die im Urin enthaltene ſeſte und fluͤchtige Subſtanz ge⸗ wiß in mehrerem Betracht ein fehr wichtiges Agens im Duͤnger. Th.
5
4 1


