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— und hat, und wie hoch daſſelbe im Verhaͤltniß gegen andere Erzeugniſſe in derſelben Wirth⸗ ſchaft, wo es im richtigen Verhaͤltniſſe zu den uͤbrigen Erzeugniſſen angebaut und verbraucht wird, durch eigenen im Betriebe der Wirthſchaft ſich zu verſchaffenden Umſatz zu nutzen moͤg⸗ lich iſt— habe ich eine Werthsvergleichung der hier uͤblichen laͤndlichen Produkte nach Roggen⸗ Koͤrner-Werth verſucht, deren große Unvollſtaͤndigkeit oder Maͤngel ich gern eingeſtehe, auch keines Andern Meinung widerſpreche, ſondern wuͤnſche, daß man dieſen Verſuch nur als eine Meinung anſehe, nach welcher ich, ſo lange bis ich eines Beſſern belehrt bin, nur hier bei mir den. Ertrag und Werth des Ackerbaues, der Wieſen, der Ertrags⸗ und Koſten⸗Veranſchlagung bei der thieriſchen Ernaͤhrung, ſo wie die Gewinnung des Duͤngers veranſchlage und berechne.
Bei dieſer Werths⸗Vergleichung iſt jedes Produkt in vollkommenſter Art angenommen, denn was z. B. gutes Heu, gutes Stroh und gute Koͤrner ſind, iſt wohl allgemein bekannt und ich glaube, daß nur unter dieſen Verhaͤltniſſen eine Werths⸗Vergleichung moͤglich iſt. Die minder gute Qualitaͤt einer Sache— ohne ſolche vor dem Auge zu haben und zu pruͤfen— kann wohl nicht in einer allgemeinen Werths⸗Vergleichung aufgeſtellt werden.
Daß, um den hoͤchſten Werth jedem einzelnen Produkte im Umlaufe der Wirthſchaft zu verſchaffen, ein richtiges Verhaͤltniß im Anbau und eine richtige Anwendung im Berbrauch ſtatt finden, ſo wie das Beſtreben, jedes Produkt moͤglichſt vollkommen zu gewinnen, vorangehen muß— verſteht ſich von ſelbſt.
Um Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden, bemerke ich nochmals, daß bei dieſer Werths⸗Verglei⸗ chung die Rahrungsmittel nicht nach der Nahrungsfaͤhigkeit allein— welche die Chemie darinnen findet*)— ſondern nach Beruͤckſichtigung aller mir bekannten Verhaͤltniſſe und haupt⸗
*) Die Chemie maßt ſich nicht an, bie Nahrungsfaͤhigkeit irgend einer Subſtanz direete zu beſtimmen. Aber wenn die Nahrungsfahigkeit einer Subſtanz anderweitig ausgemittelt iſt, und dieſelbe Sub⸗ ſtanz nun einen groͤßern oder kleineren Beſtandtheil eines andern Koͤrpers ausmacht, ſo kann man mit Wahrſcheinlichkeit erwarten, daß er in dem Verhaͤltniſſe nahrhaft ſeyn werde, wie er jene entbaͤlt. Das Staͤrkemehl iſt nicht durch die Chemie, ſondern durch Beobachtung am leben⸗ den Koͤrper nahrhaft befunden; die Kartoffeln enthalten Staͤrkemehl, alſo find ſie wahrſcheinlich in dem Verhältniſſe nabrhaft, wie ſie es enthalten. Ich ſage wahrſcheinlich; denn uͤberzeugt wird man erſt davon, wenn man es mit ihrer Wirkung auf den lebenden Koͤrper vergleicht. Es koͤnnte ſeyn, daß eine andere Beimiſchung ſie unverdaulich oder ſchäͤdlich machte, was einige von den Kartoffeln in der That anfangs glaubten. Die Topinamburs haben kein Staͤrkemehl, aber viel Gummi; von der Nahrhaftigkeit des letztern haben wir einige, aber nicht ſo viele analogiſche Erfahrungen. Ihre Zerlegung kann uns alſo wohl einen Fingerzeig, aber einen geringeren Wahrſcheinlichkeitsgrund, in welchem Maaße wir ſe füt nahrhaft balten ſollen, geben. Und ſo mit audern Sewaͤchſen. Th.


