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Bei Verſuchen uͤber Gewinnung des Duͤngers von Futter und Einſtreu, ward es noth⸗ wendig, auszumitteln, wie viel Gewicht und Maaß jedes einzelne Produkt, ſo zur Ernäͤhrung der Thiere und Erzeugung des Duͤngers gewoͤhnlich angewendet wird, enthaͤlt, weil ohne die⸗ ſes nicht die Zu⸗ oder Abnahme, welche Futter und Einſtreu bis zur Entſtehung des Duͤngers gewinnt oder erleidet, berechnet werden konnte. Ich hade dieſer Ausmittelung, ſo wie den Verſuchen uͤber Duͤnger⸗ Erzeugung viele Zeit und Muͤhe geopfert, ſehr viele Verſuche im Klei⸗ nen— aber auch im Großen bei ganzen Ernten und großen Viehſtoppeln gemacht und darnach den Durchſchnitt und das Wahrſcheinlichſte angenommen.
Was bei dieſen Verſuchen die Sache ſehr weitlaͤuftig und ſchwierig macht, ſind die ſaftreichen Wurzelgewaͤchſe, weil man mit dergleichen Wurzelwerk allein, ohne trockene Futte⸗
rung, das Thier nicht mehrere Tage geſund nähren kann, mithin muͤſſen biele andere Verſuche
vorangehen, ehe man nur einige Reſultate uͤber Duͤnger⸗Erzeugung von dieſen ſaftreichen Fut⸗
terungen erhaͤlt. Dahingegen ſind die Verſuche beim Heu, Stroh und Koͤrnern, beſonders bei
der Futterung und Erzeugung des Duͤngers mit Pferden um ſo leichter. Zu den Verſuchen uͤber Duͤnger⸗Erzeugung bemerke ich noch, daß das Volumen und Gewicht des aus der Futte⸗ rung entſtandenen Duͤngers, ebenfalls wie die Futterungen, auch im trocknen Zuſtande berechnet werden mußten, weil ohne dieſe gegenſeitige Berechnung nicht ausgemittelt werden kann, wie groß das Minus des Futter⸗Gewichtes iſt, welches daſſelbe bis zur Entſtehung des Duͤngers er⸗ leidet. Dieſe Aufgabe zu loͤſen, ſchien mir weſentlich zu ſeyn, da ohne deren Beantwortung Toͤuſchungen einſchleichen und man einer oder der andern Futterung mehr oder minder Duͤnger⸗ erzeugung leicht beimeſſen kann, als ſie eigentlich hat, welches denn auch bei der Werthsbeſtim⸗ mung derjenigen Produkte, welche zu Futter und Duͤnger⸗ Erzeugung verwendet werden, zu Ir⸗ rungen Veranlaſſung giebt.
Es koͤnnen z. B. zwei Fuhren Duͤnger ganz gleichen Werth haben, ſie ſind auch von einerlei Futterung, auch von ein und denſelben Thieren entſtanden, das eine wiegt aber 18 und
das andere nur 15 Centner; erſteres hat 15 bis 16 p. C. Regenwaſſer in der Duͤngſtaͤtte ange⸗
jogen, das andere war geſchuͤtzt von Regen, nimmt aber deſſen ungeachtet auch dann, wenn es dem Acker ſchon einverleibt iſt, noch 15 bis 16 p. C. Feuchtigkeit oder ſo viel als ſeine Feuchtigkeits anziehende oder anhaltende Eigenſchaft iſt, beim erſten beſten Regen an, mithin entſcheidet hier nicht das Gewicht im feuchten— ſondern im trockenen Zuſtande mit Beruͤckſich⸗
tigung des Volumens und ſonſtiger Eigenſchaften.
Aus vorerwaͤhnten und mehrern andern Verſuchen, ſo wie nach beſonderer Veranſchla⸗ aung jedes einzelnen Produkts, in wiefern ſolches Antheil— Mittel— und Wirkung bei Er⸗ nöhrung der Thiere— der Dünger⸗Erzeugung und Fruchtbarmachung der Erde nimmt— giebt
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