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Erfahrungen haben mich zu der Meinung gebracht, daß dei der Ernahrung der Thier⸗ und Feuchtbarmachung der Erde ſo vieles nur mittelbar oder rein mechaniſch wirkt; es kann z. B. eine Sache wenig, auch gar keine eigenthuͤmliche Nahrungs⸗ oder duͤngende Kraft bei ſich haben und doch kann ſie unter gewiſſen Verhaͤltniſſen auf die Ernährung des Thieres und Fruchtbarmachung der Erde, wenn auch nur mittelbar(z. B. durch Anziehung atmoſphaͤriſcher Stoffe), doch vortheilhaft maͤchtig wirken.
Aus dieſer Erfahrung iſt nun wieder bei mir die Meinung entſtanden, daß die voll⸗ kommenſte und wohlfeilſte Ernährung der Thiere nur diejenige iſt, wo das Erhaltungsfutter das eichtige Verhaͤltniß an Kraft, Miſchung, Verdaulichkeit, Schwere, in feuchtem und trock⸗ nen Zuſtand und ganz vorzuͤglich das dem Thiere angemeſſene Bolumen in ſich faßt*).
Nur bei Anwendung dieſer Verhaͤltniſſe und nach Verſchiedenheit der Natur der Thiere dieſe Verhaͤltniſſe zu waͤhlen und zu treffen, iſt es meiner Meinung nach moͤglich, von einer gegebenen Kraft oder Werth der Futterung— die beſte und hoͤchſte Wirkung zu erreichen. Der Raum oder das Maaß, welchen das Nahrungsmittel zur Zeit des Genuſſes im Gaume und Koͤrper des Thieres einnimmt, ob ſolches ſich ſchon zur Zeit des Genuſſes vermindert oder vermehrt— ob das Futtermittel Feuchtigkeit abſtoͤßt oder an ſich zieht, kann bei der Ernaͤhrung der Thiere nie genug beruͤckſichtiget werden. Ein gewiſſes Verhaͤltniß des Raumes oder Maaßes zur naͤhren⸗ den Kraft iſt ein nothwendiges Erforderniß, wenn von der angewandten Kraft die beſtmoͤg⸗ lichſte Wirkung hervorgebracht werden ſoll. Eine und dieſelbe Meinung habe ich auch uͤber die
Erzeugung des Duͤngers und deſſen Anwendung. Dieſe nur oberflaͤchlich angefuͤhrten Verhaͤltniſſe zu beachten, ſcheint mir, wenn naͤmlichldie
Aufgabe die iſt, forderlich und wichtig zu ſeyn, als bei einem Hebel ein gewiſſes Verhaͤltniß ſtatt finden muß,
wenn ſolcher durch einen beſtimmten Kraftaufwand eine gegebene Laſt heben ſoll.
— „ Das Vorumen des Futters kommt allerdings in Betracht: es muß den Magen fuͤllen und ihn zur Re⸗ aktion anreizen. Bei wiederkänenden Thieren iſt es vielleicht um ſo noͤthiger. Auch haben die Thiere den Inſtinkt dazu; giebt man ihnen ſehr nahrhaftes concentrirtes Futter, ſo freſſen ſie das därreſte Stroh mit um ſo groͤßerer Begierde, ziehen es wohl dem Heu vor. Uebrigens hat man bemerkt, daß concentrirtes Futter die Muskelkraft und Nerven⸗Thaͤtigkeit mehr erhoͤhte; das aus⸗ gedehntere auf Feiſtigkeit und andere Secretionen beſſer wirke. Jenes wird ſchnell verdaut,, bringt lebhaftere Lebens⸗Erregung hervor, erhitzt, wie man ſich ausdruͤckt, das Blut. Dieſes wird lang⸗ ſamer verdaut, geht allmaͤhliger in den Umlauf uͤber, bewirkt ruhigere Abſonderungen. Der Araber kuttert ſein Pferd mit bloßer Gerſte, ſelten mit wenigem Stroh und gar keinem Heu oder Graſe,
um es raſch und kraͤftis, aber mager zu erhalten⸗ Th·
von einer angewandten Kraft die hoͤchſte Wirkung zu erreichen— eben ſo er⸗
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