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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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iber den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten. 11

duciren, und daſs eine überflüssige Einsaat, bei der die Pflanzen nur zum Theil aufkommen können, als Düngung in dem Verhältnisse wirke. Man kennt die starke Düngungskraft der Malzkeime.

Diese Fruchtbarkeit ist nun, wie oben gesagt, das Produkt der Thä- tigkeit mit dem Reichthum. Wie bestimmen wir den Antheil eines jeden dieser Faktoren nach den obigen Annahmen?

31.

Es geschieht durch das Quantum, was ein Acker bei gleichartiger Be- handlung, aber ohne Ersatz durch Dünger zu erhalten, in der zweiten Ernte erfahrungsmälſsig weniger zu geben pflegt, als in der ersten Ernte. Die Thätigkeit bleibt sich unter Voraussetzung der gleichen Behandlung bei der zweiten Ernte gleich; der Reichthum aber hat sich durch die abgewon- nene Ernte im Verhältniſs ihres Ertrages vermindert. Hr. v. Wulfen hat für diese Berechnung§. 6. seiner Schrift eine etwas complicirte Formel auf- gestellt. Einfacher geht dasselbe Resultat hervor, wenn man sagt: daſs wir den Reichthum des Bodens bei der ersten Ernte finden, wenn wir in das Quadrat des Produktes derselben mit dem Mi- nus der zweiten Ernte dividiren; und haben wir jenen gefunden, so ergiebt sich der Thätigkeitsgrad, wenn wir in den Fruchtbarkeitsgrad, den der Boden zur Hervorbringung der ersten Ernte haben muſste, dividiren.

32.

4. Je gröſser nämlich der Abschlag der zweiten Ernte im Verhältniſs

zur ersten ist, desto gröſser muls die Thätigkeit seyn, womit der Boden den Nahrungsstoff bereitet, oder den Reichthum in wirkliche Fruchtbarkeit umwandelt, zugleich aber auch die Erschöpfung desselben für die folgen- den Ernten.

Wenn aber eine fast gleiche Ernte erfolgt, so muſs der Reich- thum um so gröſser seyn, und er wird im Verhältniſs seiner Masse we- niger erschöpft werden.