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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten. 9

Pflanzengattungen sehr verschieden, und läſst sich aus der Stärke und sicht- baren Thätigkeit ihres Blattes abnehmen. Die Cerealien haben letzteres ins- besondere im Verhältniſs ihrer starken Körnererzeugung nicht, und ihr Blatt schrumpft zusammen, gerade wenn diese vor sich gehet. Sie nehmen daher wohl den gröſsten Theil ihrer Nahrung aus dem Boden. Es ist mithin nicht nur a priori wahrscheinlich, sondern auch durch die allgemeine Erfah- rung beim Landbau historisch erwiesen, daſs sie den Nahrungsstoff des Bo- dens im Verhältniſs ihres Ertrages an nahrhaften Theilen erschöpfen. Die Summen der Beobachtungen und Versuche, welche wir von der Erschö- pfung des Ackers durch die davon gezogenen Ernten haben, und welche wir nach dem ermessen, was die folgenden Ernten weniger geben als die vor- hergehenden gaben, zeigen eine unverkennbare Uebereinstimmung in der Aussaugung jeder Getreideart mit den nahrhaften Theilen, die eine Ernte von selbigen enthält,

28.

Nach dem Durchschnitt der Analysen dieser Getreidearten, besonders der Einhofschen(bekanntlich tritt hier einige Verschiedenheit nach der grõ- ſsern oder geringern Ausbildung des Korns ein), sind an nahrhaften Thei- len Stärkemehl, Kleber oder Eiweisstoff und süſslichschleimige Materie dem Gewicht nach enthalten:

im Weizen von 100 77, 5 Roggen 3 70 kleine Cerste 3 60 groſse Gerste 62 Hafer 25. 58

Dies beträgt also in 1 Berliner Scheffel:

Weizen von 94 Pfund= 72, 75 Roggen 80. 356 kleine Gerste- 64 33,4 groſse Gerste- 668-= 42 Hafer. 48 27, 8

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