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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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nur zur Zerstörung der Unkrautskeime, Unterbringung und Mengung des Düngers nöthig. Ja sie kann für die Fruchtbarkeit nachtheilig werden; in- dem sich aus dem Humus zu viele Kohlensäure erzeugt und verflüchtigt. Der empirische Landbauer sagt, dieser Boden werde dadurch erkältet und todtgepflügt.

24.

Der Reichthum des Bodens wird nur vermehrt durch das was ihm neuen auflöslichen oder bald in diesen Zustand übergehenden Moder zu- führt; also durch die Aufbringung thierischer und vegetabilischer Abgänge und Rückstände, oder durch die Unterbringung der auf ihn selbst erzeugten.

25.

Die kalkigen, alkalischen und salzigen Düngungsmittel scheinen gröſs-

tentheils dadurch zu wirken, daſs sie den noch unzersetzlichen Humus(mei-

nen Vorrathsfonds) schneller in zersetzlichen umwandeln und zum wahren mobilen Reichthum machen.(Doch will ich dem Kalke und den Alkalien nicht alle andre Wirkung vermöge ihrer Verwandtschaft mit der Kohlen- säure absprechen.)

26.

Der thierisch-vegetabilische Dünger, der im Gährungszustande sich befindende gewöhnliche Stallmist, hat aber auch einen Einfluſs auf die Ver- mehrung der Thätigkeit des trägeren Bodens; indem er ihn sowohl durch seine fasrige Substanz als durch die bei seiner fortgesetzten Gährung und Zersetzung entwickelten Gase lockert, und in dem schwarzen humösen Bo- den eine neue Wechselwirkung mit unthätig gewordenen Partikeln erregt,

durch sein Ammonium die entstandene Säure neutralisirt. Auf Boden von

höherer Thätigkeit kann man ihm diese Wirkung aber nicht anrechnen.

27.

Alle Gewächse ziehen wohl einen Theil ihrer Nahrung mittelst der Wurzeln aus dem Boden, einen andern Theil durch ihr Blattorgan aus der

Atmosphäre. Das Verhältnifs des einen zum andern ist bei verschfedenen