iber den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten. 7
19.
Den Einfluſs, welchen der Boden auf diese Zersetzbarkeit des Hu- 7 mus im Nahrungsstoff hat, nenne ich seine Thätigkeit(v. Wulken nennt es seine Kraft, aber das kann leicht Mifoverständnifs veranlassen), die nach Graden angedeutet wird. Das Maals desjenigen Humus, welcher zu diesem Uebergange bereit ist, oder den zersetzbaren, nennen wir den Reichthum des Bodens.
20.
Den wirklich erzeugten Nahrungsstoff, das Produkt der Thätigkeit mit dem Reichthum, macht die zeitige Fruchtbarkeit oder Ertragsfahig- keit des Bodens aus.
21.
Denjenigen Humus, der noch nicht in den Zustand der Zersetzbar- keit übergegangen ist, nenne ich den Vorrathsfonds des Bodens.
22.
Der Reichthum des Bodens steht in der Regel im umgekehrten
Verhältnisse mit der Thätigkeit des Bodens. Denn diese gestattet, wenn
sie grols ist, keine Ansammlung desselben. Daher finden wir selten sandi-
gen oder kreidigen Ackerboden, der ohne neuerlich gegebene Düngung über
1 pr. C. Humus hätte, und eben so selten thonigten, der so erschöpft ist, dals er nicht 2 pr. C. enthielte.
23.
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Die Thätigkeit des Bodens wird erhöht durch eine wirksame und wiederholte Bearbeitung desselben, besonders bei hoher Temperatur, indem durch die Lockerung, Pulverung und Umwendung der Ackerkrume die vom Thon umhüllten auflöslichen Partikeln mit der atmosphärischen Luft und dem Lichte in Berührung gebracht und zu effektivem Nahrungsstôff bereitet Werden. Minder wirksam ist diese fleiſsige und tiefere Bearbeitung auf
lockern und losen Boden, den die Luft ohnehin durchdringt, und hier fast Physik. Klasse. 1814— 1815. B


