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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten. 5

nen idealischen Maalſsstab zu bilden, der freilich erst durch das Anhalten an fernere Erfahrungen gröſsere Genauigkeit erlangen, und vorzüglich zur Fixirung der Begriffe und der Aufmerksamkeit auf diesen wichtigen Gegen- stand dienen sollte.

Ich habe diese ungemein Aufmerksamkeit erregende Idee weiter ver- folgt und entwickelt, besonders in der Geschichte meiner Wirthschaft zu. Mögelin, indem ich die aus derselben sich ergebenden Resultate an jenen Maaſsstab hielt.

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In der bestimmteren Angabe der Grade, worin die Fruchtbarkeit steigt und fällt, hatte ich mich aber nur auf eine Bodenart beschränkt, näm- lich auf diejenige, die zwischen 30 bis 40 Procent abschwemmbare Theile hat und übrigens aus Sand besteht, und die man sandigen Lehmboden oder leichteren Gerstboden zu nennen pflegt, weil wir von diesem die meisten und zuverlässigsten Erfahrungen hatten. Ich habe nur angedeutet, welche Abänderungen auf andre Bodenarten wahrscheinlich eintreten würden.

13. Einer meiner vormaligen Schüler, der Hr. Carl v. Wulfen, ein eben so gründlicher Mathematiker als eifriger Landwirth, hat diese Idee mit regem Geiste ergriffen, und einenVersuch einer Theorie über das Ver- hältnils der Ernten zu dem Vermögen und der Kraft des Bodens, über seine Bereicherung und Erschöpfung, Berlin 1815, herausgegeben, die er wäh- rend des letzten Feldzuges in mülsigen Augenblicken ausarbeitete. Er fin- det meine Berechnungsweise in ihrer Form nicht flexibel genug, um ihr eine ausgedehnte Anwendung zu geben. Die seinige gestattet diese aller- dings weit mehr; ich gebe ihrer Form meinen völligen Beifall, und werde sie, jedoch mit einigen Abänderungen in ihrer Anwendung, annehmen.

14. Er stellt seine theoretische Ansicht der Fruchtbarkeit des Bodens, ihrer Vermindrung und Vermehrung in§. 1 5. dar; mehrentheils über- einstimmend mit der meinigen. Ich werde aber meine Ansicht hier, in so fern sie auf den Gegenstand Bezug hat, in kurzen Sätzen vorlegen; in so fern dies zum Verständniſs der Formel in ihrer Anwendung nothwen-

dig ist.

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