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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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ILnaer

9.

So wie diese Erfahrungssätze von allen aufmerksamen Beobachtern einstimmig anerkannt waren, 80 beachtete sie auch jeder verständige Land- wirth, richtete sich in der Wahl und Folge der Früchte nach der Frucht- barkeit, die er noch im Boden nach der ihm gegebenen Düngung und den schon herausgezogenen Ernten vermuthete, berechnete sich danach den Er- trag, den er in einem Mitteljahre von jeder Frucht erwarten konnte; zu- gleich aber auch den Düngerbedarf, der zur Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens, im Verhältniſs der mehr oder minder erschöpfenden Ernten, er- forderlich ist.

10.

Da hierüber aber manche Miſsverständnisse und Irrungen, mithin für die Praxis sehr bedeutende Fehler entstanden, insbesondere wenn von der

landüblichen Wirthschaftsart, bei welcher eine einfache Analogie die Ver-

hältnisse angeben konnte, abgewichen werden sollte da das Verhältniſs

der Verbesserungsmittel und ihrer Herbeischaffung zu den beabsichtigten Ernten die Grundregel angab, nach welcher bei dem gröſseren und höhe- ren Betriebe des Ackerbaues das Feldsystem oder die Folge der Früchte, das Verhältniſs des Viehstandes oder des Futterbaues zum Fruchtbau, mit Hinsicht auf die Beschaffenheit des Bodens und der Art der Grundstücke, damit der Acker nicht stärker, als es ihm er-

eingerichtet werden müsse, und in eine kaum wieder zu hebende

setzt werden kann, ausgesogen würde, e so fühlte man längst das Bedürfniſs, hierüber all-

Erschöpfung verfiel aus der Masse der Erfahrungen abgezogen, zu

gemein gültige Grundsätze, erhalten, die man als Richtschnur des Verfahrens annehmen und mit Sicher-

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heit befolgen könne.

11.

Ich habe deshalb im ersten und zweiten Bande meiner Grundsätze

der rationellen Landwirthschaft, und früher schon in meinen Vorlesungen,

den Versuch gemacht, die Ertragsfähigkeit des Bodens und die davon zu er-

wartenden Ernten, die Ausziehung, welche diese bewirkten, dann das Ver-

in welchem ein gewisses Quantum von Dünger, oder die Ruhe,

hältniſs, nd endlich die vollständige Brachbe-

der Anbau von verbessernden Saaten, u oder, wie ich es nannte, die Kraft des Bo-

arbeitung die Fruchtbarkeit ahlen zu bestimmen, und so ei-

dens wieder herstellten, in Proportionalz

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