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vom vorhandenen Niveau nur ſelten überragt und verhindert. Außer dem Niveau hängt aber ſeine Exiſtenz noch ab von der Form der Oberfläche und von der Natur des Bodens, beide können ihn durch zu große Unebenheit und Unfruchtbarkeit faſt unmöglich, wenigſtens unrentabel machen.
Am meiſten abhängig von der Natur des Bodens iſt der Bergbau mit Allem, was ihm im weiteſten Sinne zugerechnet werden kann, als z. B. Steinbrüche, Lehm- und Sandgruben u. ſ. w. Er kann begreiflicherweiſe nur da betrieben werden, wo ſich nutzbares Material für ihn darbietet, ſeien es nun Erze, Kohlen, Salzlager oder andere nutzbare Geſteine. Daß er aber in ſolchem Falle oft ein ſehr weſentliches Element für die Exi⸗ ſtenz der Bevölkerung darbietet, lehren in Deutſchland z. B. der Harz, das Erzgebirge und alle Steinkohlengebiete. Einer nähern Auseinanderſetzung bedarf das nicht.
Die Induſtrie im Allgemeinen könnte für den erſten Anblick ſehr unabhängig vom Bodenbau erſcheinen, in Wirklichkeit iſt ſie es aber durchaus nicht. Vor Allem finden wir ſie am häufigſten in Gebirgsgegenden, theils weil hier Raum und Zeit übrig blei⸗ ben, die in den fruchtbaren Ebenen beide vorherrſchend vom Feldbau in Anſpruch genommen werden, theils wol auch weil das Gefälle des fließenden Waſſers vielfach eine nutzbare und billige Kraft darbietet. Noch ſpecieller wird ſie aber ſehr oft un⸗ mittelbar vom Bodenbau angeregt und befördert durch gewiſſe nutzbare Lagerſtätten, deren weitere Bearbeitung ſie übernimmt, als da ſind: Material für Thonwaren, Glasfabriken, Eiſenwerke, Steinſchleifereien, Brennmaterial für Dampfmaſchinen oder Heiz⸗ vorrichtungen im Allgemeinen. Auch der Bergbau fördert un⸗ verkennbar indirect durch ſein ganzes Weſen die allgemeine in⸗ duſtrielle Thätigkeit der Bevölkerung. Auf dieſe Weiſe entſtehen und gedeihen örtlich gewiſſe Induſtriezweige, welche ich aus dieſem Grunde bodenſtändige genannt habe.
Es iſt keineswegs blos die Erhebung und äußere Form, welche dieſen induſtrieweckenden Einfluß der Gebirge bedingt, ſondern faſt noch mehr ihr innerer Bau, die Mannichfaltigkeit, der Reich⸗


