Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1854)
Entstehung
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Wurzeln der ſocialen und moraliſchen Zuſtände womöglich bis zu ihren äußerſten Enden zu verfolgen? Die wahre Urſache eines Uebels zu kennen iſt ſtets von hohem Werth, ſelbſt wenn man ſie nicht zu beſeitigen vermag; man kämpft dann mindeſtens nicht gegen falſche an. Aber es müßte ſonderbar zugehen, wenn nicht ebenſo gut auf dieſem Gebiet wie in der Anthropologie die wahre Phyſiologie zur wahren Heilkunde führte, ohne daß ich deshalb etwa der geologiſchen Grundlage dieſen Werth für ſich allein vindiciren möchte, er kommt vielmehr der Geſammtheit der Naturwiſſenſchaften als Baſis der Nationalökonomie zu.

Die Kenntniß der Bodenwirkungen wird nie zu gewaltſamen Aenderungen des Beſtehenden, nie zu einem gänzlichen Syſtem⸗ wechſel führen, wol aber kann ſie darauf leiten, von der Natur gegebene Richtungen zu fördern oder zu hemmen, jenachdem es der Staatszweck erheiſcht. Es iſt dieſe Kenntniß offenbar eine der urſprünglichſten Grundlagen für das Gebäude der National⸗ ökonomie, und als ſolche iſt ſie meines Wiſſens bis jetzt noch nicht dargeſtellt worden.

Dies zu verſuchen iſt aber hier mein Zweck, indem ich vor zugsweiſe Deutſchland als mir am genaueſten bekannt zum Gegenſtand der beſondern Unterſuchung in dieſer Hinſicht wähle.

Es iſt alſo meine Abſicht, in dieſem Buche für Deutſchland als an einem Beiſpiel zu zeigen, welchen Einfluß der geo⸗ logiſche Bau der Länder auf das Leben der Völker hat.

Kein Ethnograph, Nationalökonom oder Statiſtiker wird leugnen, daß ein ſolcher Einfluß überhaupt ſtattfinde. Wer möchte leugnen, daß der Silberreichthum Perus, der Goldreich⸗ thum Californiens oder eines Theiles von Auſtralien einen großen Einfluß auf die politiſchen und ſocialen Zuſtände dieſer Länder gehabt haben und noch ausüben? Wer möchte leugnen, daß England ſeinen induſtriellen Reichthum theilweiſe den Kohlen⸗ und Eiſenſteinlagern verdankt? Daß die Unbewohnbarkeit der afri⸗ kaniſchen Wüſten, das beſondere Leben in den Pampas von Südamerika, und in geringerm Grade ſelbſt die Unwirthlichkeit des Karſtgebirges bei Trieſt weſentlich Folgen ihres geologiſchen