196 88(0) 88 Man nimmet einen halben/ unabgenommenen Herren⸗Kolben/ verſiopffet denſelben oben mit 4 emem Korck⸗Stöpſel/ und thut ſo viel Spicitum de Nitri und Salis hinein/ als man zur Solution noͤthig hat. Setzet ſodann den Kolben in ein fi leeres Balneum, bindet ihn auf den Bley⸗Krantz 4 veſte/ und ſchuͤttet alsdenn ſo viel kalt Waſſer u ins Balneum, daß man man ſehen kan, was in nen Kolben bey der Solution paſßret. Alsdann ſ wird das Zinn nach und nach bey wenigen in den Kolben eingetragen/ und der Kolben alle⸗ ſe mahl mit dem Korck wieder verſtopffet: So 4 hat man ſich keines Erhitzens oder Mißlin⸗ gens zu befahren. ſe Wann dieſe klare/ abgegoſſene Solution eine 1 Nacht geſtanden, und des andern Morgens n wieder ein wenig Zinn darein geworffen wird/ ſo wird ſie Colomdbin-Farbe/ und recht ſchoͤn/ wenn man nett damit umgehet. Und mit die⸗ ſer Solution wird das Gold ſo ſchoͤn von Far⸗ n be præcipitiret/ daß es ſchoͤner nicht ſeyn kan/ 6 dadurch das Criſtall-Glaß die ſchoͤnſte Rubin⸗ Farbe erlanget/ wann zuvor das Gold in 3. 1 heil Aquafort und 1. Theil Spiritu Salis auf⸗ geloͤſet worden. Vid. Kunckets Lab. Chym. F. 1 3. p. 383. Der Gebrauch des Salpeters zum Glaß⸗ machen iſt gantz abgekommen/ weil man die d Soda beſſer haben/ auch die Pott⸗Aſche ſo rein machen kan/ als man nur immer wuͤnſchet. Doch koͤnnen die jenigen/ welche in den Amau.
Druckschrift
Herrn Georg Ernst Stahls, Weyland Königl. Preußischen Hof-Raths und vornehmsten Leib-Medici &c. &c. Gründliche und Nützliche Schrifften, Von der Natur, Erzeugung, Bereitung, und Nutzbarkeit des Salpeters : Mit denen hieher gehörigen Kupfern, und vielen diensamen Anmerckungen vermehret, und wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
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196
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