Druckschrift 
Herrn Georg Ernst Stahls, Weyland Königl. Preußischen Hof-Raths und vornehmsten Leib-Medici &c. &c. Gründliche und Nützliche Schrifften, Von der Natur, Erzeugung, Bereitung, und Nutzbarkeit des Salpeters : Mit denen hieher gehörigen Kupfern, und vielen diensamen Anmerckungen vermehret, und wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
Seite
191
Einzelbild herunterladen

-299(0) S62- 191 ehe ſie gepflantzet werden. Man muß aber nach jeder Art und Natur der Gewaͤchſe/ Erde beylegen. Was ſtarcke Wurtzeln hat/ zwey/ drey Hand voll/ was ſchwache Wurtzeln, eine Hand voll: Zarte Wurtzeln aber/ als Nelcken und dergleichen eine halbe Hand voll; ſonſt wo es zu viel/ moͤchte an ſtatt des Verbeſſerns das Verderben folgen/ ꝛc. ꝛc.

Der Salpeter dienet hiernechſt allerhand Flecken aus den Kleidern zu bringen/ ſonder⸗ lich wann ein reines Nitrum fixum zur Seiffe genommen wird.

In Nieder⸗Sachſen thun kluge und eurioſe Hauß⸗Muͤtter nur ein wenig Salpeter zu ei⸗ ner Tonne oder Wanne eingeſaltzen Fleiſch; ſo bekommet ſolches/ es mag zur Pockel aufbe⸗ halten/ oder geraͤuchert werden, eine ſo ange⸗ behme rothe Farbe/ daß es eine Luſt anzu⸗ ehen.

Wenn man Wany duͤnne zerſchneidet/ oder durch eine Waltze ziehen laͤſſet/ und ſolches alsdann auf einer groben Leinwand ausbrei⸗ tet/ mit einem Netz uͤberziehet/ und ſodann auf Kruͤcken an einen ſolchen Ort ſtellet/ da es die Sonne allezeit treffen kan: Beſprenget es alsdann taͤglich mit nachgeſetztem Salpeter⸗ Waſſer: So faͤnget es znaebliclich an zu bleichen/ und iſt in 2. oder hoͤchſtens 3. Tagen Schnee⸗weiß. Man muß es aber fleißig wen⸗ den/ und wann es weiß genug/ einige mahl mit kalten/ wie auch einige mahl mit etwas war⸗

men

V