Druckschrift 
Herrn Georg Ernst Stahls, Weyland Königl. Preußischen Hof-Raths und vornehmsten Leib-Medici &c. &c. Gründliche und Nützliche Schrifften, Von der Natur, Erzeugung, Bereitung, und Nutzbarkeit des Salpeters : Mit denen hieher gehörigen Kupfern, und vielen diensamen Anmerckungen vermehret, und wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
Seite
29
Einzelbild herunterladen

823(O) 88 29 Denn wir haben zur Zeit noch nicht das allergeringſte/ wodurch man dieſe Sache auf einigerley Weiſe erweißlich machen koͤnnte. Indeſſen wiederholen wir unſere/ oben be⸗ reits mercklich recommendirte Erinnerung/ ja wir ſchaͤrffen ſolche nochmalen aufs angele⸗ gentlichſte ein/ daß nemlich der Salpeter/ er mag ſich in einem ſo fluͤchtigem und aus⸗ dunſtlichem Stande befinden/ als er immer wolle; ja ſelbſt der jenige/ welcher/ wo er an⸗ derſt in der Welt zu finden iſt/ Dampffs⸗ weiſe in der Lufft herum ſchwaͤrmen ſoll; nicht leichtlich entzuͤndet werde. Nach wel⸗ cher Erinnerung denn einer ſolchen ungegruͤn⸗ deten Einbildung(welche eine/ auf gute Ver⸗ nunfft⸗Schluͤſſe gegruͤndete Vermeidung nicht einmal zu meritiren ſcheinet) leichtlich ausge⸗ wichen werden wird/ als ob nemlich dieſer durch das Athem hohlen aus der Lufft an⸗ gezogene Salpeter/ der Lebens⸗Flamme/ die in der lincken Hertz⸗Cammer des Maen, en

Lalpeter wegraubte. Diejenigeu haͤtten ſich auf die Wetter⸗Glaͤſer uͤbel verſtanden/ welche geglaubet/ daß aus Norden her ein groſſer Hauffe Salpeter- Staubs/ mit denen Nord⸗Winden in die mehr und mehr von Norden abliegende Laͤnder herge⸗ trieben wuͤrde: und eine ſolche grundloſe Meynung haͤtte einen gantzen Hauffen Salpeter-Wercke/ de⸗ nen Leuten zwar in die Koͤpffe/ aber ſeines Wiſſens keines in ſolchen Stand gebracht/ daß es mit einem Schaaf⸗oder Rindſtall in Vergleichung zu ſetzen gedienet. vid. Stahl von Saltzen pag. 23. 24.