899(O) S8 19 menſchliches Fleiſſes. Auf beyderley Weiſe aber muͤſſen gewiſſe Materien/ welche ſchlech⸗ terdings von einerley Art ſind darzwiſchen kommen: Welches dort von ohngefehr/ und weil es die Gelegenheit ſo mit ſich bringet: hier aber nach der wuͤrcklichen Abſicht der Menſchen/ und vorhergaͤngiger willkuͤhrlichen Anordnung geſchiehet.
Denn es giebt allenthalben unzaͤhlig viel Mauren/ unter welchen keine eintzige/ auch ſo gar nach ſehr langer Zeit/ die geringſte Spur von Salpeter an ſich zeiget: Herge⸗ gen bringet eine ſolche Mauer/ ob ſie gleich nur ſehr wenige Jahre geſtanden/ dieſes Saltz zeitig genug hervor/ wenu man etwas Sali- niſch⸗ſchweflichtes/ mit einer maͤßigen Keuch⸗ tigkeit vermengtes/ daran ſprenget. Dahe⸗ ro waͤchſt dieſer Salpeter keinesweges an ſol⸗ chen Mauren/ welche entweder ſehr offt/ oder
wohl gar beſtaͤndig von dem anſpuͤlenden
Waſſer benetzet werden.(*) B 2 Her⸗
(*) Ich kan dem Leſer verſichern/ daß ich eine mit Muſchel⸗Kalch gegen Nord⸗Weſt aufgeſetzte Mauer eines Wohnhauſes/ welche uͤber einen Fuß⸗ dick/ geſehen/ und zum oͤfftern mit Fleiß be⸗ trachtet. Dieſe gab allemahl des Winters eine gewiſſe Quantitaͤt Slocken⸗oder Blumen⸗Salpe- ter, obgleich die Mauer von auſſen von allen/ mit den Nord⸗Weſt⸗ und Sud⸗Weſt⸗Winden fallen⸗ den Regen beſtaͤndig beſtrichen und angeſpulet wur⸗ de. Weil ich nun gewiß wuſte/ daß das Auswach⸗ ſen des Salpeters gllhier gantz von ohngefehr


