Druckschrift 
Herrn Georg Ernst Stahls, Weyland Königl. Preußischen Hof-Raths und vornehmsten Leib-Medici &c. &c. Gründliche und Nützliche Schrifften, Von der Natur, Erzeugung, Bereitung, und Nutzbarkeit des Salpeters : Mit denen hieher gehörigen Kupfern, und vielen diensamen Anmerckungen vermehret, und wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
Seite
18
Einzelbild herunterladen

18 98(0) 88- Tage/ daß die gantze innigſte Grund⸗i⸗ V ſchung und das gantze Weſen dieſes Saltzes umgekehret und aufgeloͤſet worden.

Ein anders geſchiehet bey der gemeinen Scheidung ſeines ſauren Geiſtes/ da nur bloſſerdings der alcaliniſche Theil deſſelben abgeriſſen wird/ damit der ſaure Spiritus de⸗ ſto freyer und reiner loßgehen koͤnne.

Denn obgleich dieſer Spiritus, nach verſchie⸗ denen dazu gebrauchten Handgriffen bald groͤ⸗ ber und dicker/ bald ſubtiler oder fluͤchtiger zum Vorſchein koͤmmt: ſich auch zwiſchen dem fluͤchtigen und gemeinen groͤberen/ in der That ein nicht geringer Unterſcheid findet: ſo ruͤhret doch dieſe Fluͤchtigkeit faſt mehr von dem Beytritt einer andern ſubtilen Materie her/ als daß ſie unter dieſer Geſtalt ſo ſchlech⸗ terdings ſchon vorhin im Salpeter vorhan⸗ den geweſen ſeyn ſolte.

Was die Art und Weiſe des Anwachſens

betrifft/ nach welcher der Salpeter andern Behaͤltnuͤſſen gleichſam eingefuͤget wird: ſo geſchiehet ſolches theils an den mit Kalch aufgeſetzten Mauren der Gebaͤude: Theils an den Gypſicht⸗Kalchichten Oertern der Berge und Huͤgel. Auf die erſte Art erwaͤch⸗

ſet der Mauer⸗ Salpeter: Auf die andere

Art der ſogenannte Flocken⸗ oder Blumen⸗

Salpeter(Aphro-nitrum) Der Mauer⸗Salpeter waͤchſt entweder von ſelbſt hervor; oder auch mit Beyhuͤlffe menſch⸗

me ab

te

ko