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G. E. Stahls Zufällige Gedancken und nützliche Bedencken über den Streit, Von dem so genannten Svlphvre, und zwar sowol dem gemeinen, verbrennlichen, oder flüchtigen, als unverbrennlichen, oder fixen
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heraußgelaſſen/ kaum jemand ſich geaͤuſſert/ von deme man ſich eine recht vernuͤnftige Erfor⸗ ſchungs⸗Begierde/ oder Gefliſſenheit/ zu ver⸗ ſehen gehabt haͤtte: Sondern es machten/ etwa Apothecker⸗Geſellen/ oder durch der Apothecker Anleitung/(etwa auch durch einige Bergwercks⸗ Arbeiter/ Huͤtten⸗Raither/ Probierer) aller⸗ hand muͤßige/ und mehr Gold⸗als lehrbegierige Leute/ hauffenweiß den Anſang/ und ſotten und brateten drauf loß.

Was vor/ und wie viel dergleichen Sudel⸗ werck, ſonderlich in Teutſchen Landen/ vorge⸗ fallen/ waͤre ohne Zweiffel ein Eckel zu wiſſen. Es trugen auch beſcheidene Leute lange Zeit Be⸗ dencken/ in dieſe Kunſt/ ſamt oder ſonders/ ſich einzulaſſen/ weil es ſo gar unbeſonnen damit herzugehen pflegte/ daß man ſich ſo wohl der Ge⸗ ſellſchaft/ als ſelbſt des Namen ſolcher unban⸗ digen Zunft billig zu entſehen hatte. Was aber erſtlich vernuͤnftiger Vorſichtigkelt gemaͤß zu ſeyn ſchiene/ das wurde mehr und mehr zur Nothwendigkeit; indeme die ſchlimmeſten un⸗ ter dieſer Fuͤrwitz⸗Zaunft zeitlich anfingen, nicht nur mit bis dahin unerhoͤrten Aufſchnei⸗ dereyen von der Arzney⸗Kraft durch Chymi⸗ ſche Mittel/ groͤblich uͤber die Schnur zuhauen; ſondern auch mit der Gold⸗Macherey viel⸗ faͤltige Faͤlſchungen an weiß und gelbgemachten Kupffer/ und Anſetzung leichtglaͤubiger Pro⸗ ceß⸗Verleger/ um groſſe Koſten und Geld⸗ Vorſchuß/ in den Schwang Jerieihen

leich⸗

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