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G. E. Stahls Zufällige Gedancken und nützliche Bedencken über den Streit, Von dem so genannten Svlphvre, und zwar sowol dem gemeinen, verbrennlichen, oder flüchtigen, als unverbrennlichen, oder fixen
Entstehung
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heſamen und weitlaͤufftigen Arbeit/ gantz abge⸗ neigt und verdruͤßig iſt: Dahero auch ſolcher⸗ ley/ nicht ſowohl Betrachtung/ als thaͤtlich und ſinnliche Erweiſungen/ fuͤr allzuweit geſuchte Genauſichtigkeit/ Spitzfindigkeit/ und nicht ſo⸗ wohl Vorſtellungen/ als Einbildungen/ verach⸗ tet. Wohl aber 4) wo durch dergleichen Sack voll einzeler/ und nichts zuſammen ſtimmend noch hangender Varietaͤten oder Mannigfaͤltig⸗ keiten/ neugierigen, muͤßigen Leuten ein Zeit⸗ vertreib zu machen/ und dadurch eine Vereh⸗ rung zu verdienen/ Gelegenheit vorſtoͤſſet/ ſuchet dieſer Fuͤrwitz deren fleißig zu genieſſen. Da⸗ durch aber 7) weder der allgemeinen Wiſſen⸗ ſchaft der wuͤrcklichen/ natuͤrlichen Wahrheit/ und Betrachtung der naluͤrlichen Dinge aller⸗ weiſeſten Einrichtung und Ordnung/ einige Foͤrderung noch Vermehrung angetroͤſchet; noch dem gemeinen Nutz/ etwas zu mehrerem Vortheil oder dienſamen Gebrauch⸗ gefruchtet wird. Dannenhero auch 6) durch dieſen Fuͤr⸗ witz nichts weiteres und tieferes weder geſu⸗ chet noch erfunden wird: Sondern nichts an⸗ ders/ als fremde Arbeit zu Marckt gebracht/ und zur Schaue gelegt wird.

Im Gegentheil hat die vernuͤnftige und wohl⸗ bedaͤchtliche Erforſchungs⸗Begierde/ gantz andere Abſichten/ und Verfahrung: Indem ſie theils die etwa vorfallende ledige Zeit lieber mit dergleichen Nachdencken Nachſehen/ Nachſuchen/ und ſelbſt arbeitſamen V 3 4 en/